Ein Mädels-Kite-Trip zur Surffarm nach Dänemark

27. August 2016 | Von | Kategorie: Allgemein, Kiten, Neu, Sport, SUP - Stand up Paddeling

Die schönsten Erlebnisse im Leben kann man nur selten planen…meist entstehen sie durch einen glücklichen Zufall. Genau so ein Zufall hat uns einen wundervollen Mädels Kite Trip nach Dänemark verschafft.
Manche halten mich für verrückt, andere nur für ein klein wenig abergläubisch, wenn ich sage ich glaube an Schicksal.
Im Endeffekt ist es aber auch egal was mich nach Dänemark gebracht hat.
Fakt ist, ich habe mich ein klein wenig verliebt…
aber beginnen wir von vorne…

Schicksal oder einfach nur Glück?

Über eine Facebookgruppe, in der es ums Kitesurfen geht (ich weiß nicht mal mehr genau welche), wurde ich auf ein Gewinnspiel von der Surffarm in Dänemark aufmerksam.
Hier ging es darum seinen „Best Buddy“ zu markieren, mit dem man unbedingt Kitesurfen lernen wollte.
Ich musste nicht lange überlegen und markierte meine Freundin Dilek, die bei unseren bisherigen Kitekursversuchen genauso wenig Glück mit dem Wind hatte wie ich.
Statt wie die meisten, die das Kiten lernen wollen, eine Woche in einem windsicheren Gebiet mit Stehrevier zu buchen, schaufelten wir uns immer mal wieder ein bis 2 Tage kindfrei, um uns bei wenig, bis gar keinem Wind aus dem Boot geworfen, schwimmend abzumühen.
Zwar hatten wir viel Spaß dabei und sind auch jedesmal ein kleines Stückchen weiter gekommen…aber die bahnbrechenden schnellen Lernerfolge blieben aus.
Und doch zahlt sich Hartnäckigkeit aus.
Nach meinem Hyeres Urlaub, dem letzten Trip an den Gardasee und unendlicher Geduld kitender Freunde, klappt das Fahren bei mir mittlerweile ganz gut.
Dilek hatte zwischenzeitig allerdings nicht so viele Möglichkeiten zu üben.
Dementsprechend groß war der Jubel, als wir die Nachricht bekamen, dass wir tatsächlich gewonnen haben und es ging an die Planung.
Von uns im Süden ist Dänemark nunmal nicht der nächste Weg.
Wie kommen wir dahin? Lohnt sich die weite Anreise für ein Paar Tage?…Google lief auf Hochtouren…

Die Anreise

Diese gestaltete sich überraschend unkompliziert.
Ben von der Surffarm gab uns gleich den Tipp für Direktflüge von Frankfurt nach Billund.
Der Flughafen Billund ist etwa eine Autostunde von Ringkøbing entfernt und unser Mietauto für nur 54,- Euro (4 Tage, Versicherung ohne Selbstbeteiligung) kaum der Rede Wert.
Unser Plan mit Rail & Fly nach Frankfurt zu kommen, zerschlug sich unmittelbar, als wir feststellen, dass uns der Flug von Friedrichshafen, unserem Heimatflughafen, billiger kam und wir ohne großen Aufenthalt weiter fliegen konnten.
Als wir im Flieger dann auch noch ganze zwei Sitzreihen, statt zwei Sitzplätze zur Verfügung hatten, wussten wir endgültig dass wir alles richtig gemacht hatten!
Die Fahrt von Billund zur Surffarm lies sich aufgrund der (gefühlt) einzigen Straße, die dorthin führt, sogar für uns ohne Navi meistern.

Für Hin- und Rückflug ab Friedrichshafen haben wir aufgerundet 250 Euro gezahlt.

20160819_062051 (2)der aufgehenden Sonne entgegen

Lufthansaso lässt es sich gemütlich fliegen

Smart mit dem Mietauto zur Surffarm

Die Surffarm

Kaum angekommen wurden wir herzlichst von Ben, Franka (den Betreibern der Surffarm) und Solveig (ihrer Auszubildenden) begrüßt und bekamen unsere Zimmer und die Farm gezeigt.
Wir hatten zwei einfache aber gemütliche Gästezimmer mit Bad und Küchenmitbenutzung.
Die Gästezimmer vergeben die beiden hauptsächlich an Freunde, aber es gibt auch die Möglichkeit diese zu mieten…außerdem gibt es auf kurz oder lang Pläne sich zu vergrößern… es lohnt sich also auf jeden Fall mal anzufragen.
Nettere Gastgeber werden meiner Meinung nach schwer zu finden sein.

Da das Hauptaugenmerk der Surffarm momentan auf Kursen und individueller Bertreuung beim Kiten, Surfen und Supen, liegt, sucht man hier Hotelfeeling vergeblich…man fühlt sich einfach angekommen…wie Zuhause eben.
(an dieser Stelle schonmal das erste Dankeschön).

Am Abend kamen dann auch noch einige Kursteilnehmer und Freunde, die mit ihren Bussen einen optimalen Stellplatz auf der Surffarm hatten, Ben schmiss den Grill an und wir verbrachten einen wundervoll entspannten Abend am Feuer.

farmdie Farm

IMGP8022 (2)eines unserer Zimmer

20160819_194856 (2)den Abend gemütlich ausklingen lassen

20160819_213048 (1)Ben und Dilek

SUP

Da wir am ersten Tag zwar kein Wind, dafür aber fantastisches Sommerwetter hatten, machten wir uns auf zu einer entspannten SUP Tour mit Solveig auf dem Ringkøbing Fjord, Richtung Hafen, vorbei an der Vogelinsel, bis zur Flussmündung.
Dabei genossen wir pure Idylle.
Auf unserer etwa 2 stündigen Tour, begegneten uns gerade mal 2 kleine Fischerboote und ein Segler, ansonsten war weit und breit keine Menschenseele zu sehen.
Und das mitten im August, bei strahlendem Sonnenschein!
Ich glaube, ich brauche nicht zu erwähnen was man zu dieser Jahreszeit anderenorts vorfindet.

Die Surffarm bietet sowohl geführte SUP Touren und Kurse an, als auch SUP – und Kanuverleih.

Preisbeispiel:

– SUP Schnupper Tour, ca. 2 Stunden, 39 Euro
– Verleih, 2 Stunden, 19 Euro

Sup RingkobingAntje, Dilek und Solveig

SUP Surffarmeinmal um die Vogelinsel

DCIM105GOPRO„Genießermodus“

SUP den Fluss entlang

das Meer

Den sonnigen Nachmittag verbrachten wir dann in Søndervig am Meer.
Keine 5 Autominuten entfernt, erreicht man dieses kleine Dorf, das hauptsächlich aus süßen Ferienhäuschen, ein paar kleinen Läden und dem kostenlosen Parkplatz besteht.
Direkt hinter der Düne, liegt der wunderschöne und familienfreundliche Sandstrand.
Ich bin mir nicht sicher, ob wir einfach eine gute Zeit erwischt haben oder ob man Massentourismus auch hier vergeblich sucht!?
Von dem was wir hier vorgefunden haben, waren wir auf jeden Fall begeistert.

düneüber die Düne…

Sondervig 2…ans Meer

waiting for windtraumhaft

Sondervig 6so wartet man gerne auf Wind

segwaySegway Tour

Kiten

So herrlich entspannt der erste Tag auch war, unser Ziel war es Dilek aufs Brett zu bekommen und ich wollte vor allem Halse (Richtungswechsel) üben.
Die Freude war groß, als der Wind sich blicken ließ und das sogar noch besser als angesagt!
Die nächsten 3 Tage verbrachten wir auf dem Wasser.
Am ersten Tag baute Franka gemeinsam mit Dilek und einer weiteren Kursteilnehmerin einen 9er Kite auf und suchte ein ruhiges Plätzchen auf dem Fjord.
Ich war derweil mit einem 11er unterwegs und beobachtete das ganze aus der Ferne, deshalb kann ich nur weitergeben was Dilek mir erzählt hat.
Sie war hellauf begeistert.
Mal ganz abgesehen von den optimalen Bedingungen am Spot (worauf ich gleich noch näher eingehe), faszinierte vor allem Frankas ruhige und beruhigende Art.
Ganz besonders angetan war Dilek auch davon wie gut und verständlich Franka alles erklärte.
Schon nach kurzer Zeit waren die ersten Meter gefahren und ich durfte mich nicht nur über meine eigene fantastische Kitesession, sondern auch über eine glückliche und vor Freude strahlende „Best Buddy“ Freuen.

Aufbau kitefast Startklar

die ersten Meterdie ersten Meter

happyhappy

Am zweiten Tag war unser erstes großes Ziel dann auch eigentlich schon erreicht:
Wir sind sicher genug, um ohne fremde Hilfe zusammen aufs Wasser zu gehen und gemeinsam zu üben, Dilek fährt und ich schaffe es „umzudrehen“ ohne im Wasser zu landen.
Wir verbrachten den kompletten Sonntag im und auf dem Fjord.
Sobald Dilek beim Üben zu nah ans Ufer gekommen ist, bin ich eine Runde gefahren und sie ist wieder ein Stück hoch gelaufen.
So hatten wir beide sowohl unseren Spaß, als auch unsere Zeit, um neue Kraft zu tanken.
Besonders schön war, dass wir den Schirm zwischendurch aufs Wasser lassen, uns gemütlich in den warmen Fjord setzen und quatschen, lachen und pausieren konnten, bevor es weiter ging.
Für uns eine ganz neue Erfahrung, die wir in vollen Zügen genossen.

übenüben,üben,üben

SpaßMädels unter sich

kitekiteeen

kiten denmark

So verbrachten wir drei volle Tage am Spot und nutzten die fantastischen Bedingungen bis zur letzter Minute.
Natürlich war dann keine Zeit alles ordungsgemäß zu trocknen. Was zur Folge hatte, dass wir der Dame, die beim Rückflug unser Handgepäck durchleuchtete und kurz ins stutzen kam, als sie unsere nassen Trapeze entdeckte, ein Schmunzeln verschafften.
Vom Wasser ins Flugzeug – besser kann ein Urlaub nicht enden!

Doch wir sind nicht die einzigen, die die Surffarm so begeistert verlassen.
Ganz besonders faszinierend fand ich, dass wir am Spot einige Kiter kennenlernten, die bei Ben und Franka gelernt haben und seitdem immer wieder her kommen.
Ohne Ausnahme, erzählten durchweg alle voller Begeisterung von ihren Erfahrungen mit deren Kitekursen.
Allein schon das spricht für sich und macht das Konzept der Surffarm glaubwürdig und authentisch.
Mit individuellen Schulungen und Privatstunden, statt Massenabfertigung, heben sie sich von der Konkurrenz ab.

Die Surffarm bietet von Schnupper-, über Aufsteigerkurse, bis hin zum beaufsichtigten Kiten und Materialverleih, die unterschiedlichsten Möglichkeiten an.

Preisbeispiele:

– Anfängerkurs, 11 Stunden, 2-3 Tage, 298 Euro
– Betreutes Kiten mit Hilfe beim Aufbau, Starten und Landen, sowie Tipps und Tricks, 3 Stunden, 48 Euro

der Spot

Kloster ist gleich ums Eck von der Surffarm und der perfekte Spot für Anfänger.
Ein riesiger Stehbereich (fast überall Knietief) und spiegelglattes Wasser schaffen die perfekten Bedingungen für die ersten Erfolge auf dem Wasser.
Kostenlose Parkplätze direkt am Spot sind ausreichend vorhanden.
Und erst letztes Jahr hat die Gemeinde drei kleine Hütten bauen lassen, in denen sich 2 Duschen, eine Toilette und 2 Aufenthaltsräume zum Aufwärmen, Vespern, Pausieren und gemütlichem Warten auf den Wind, befinden.
Das alles wird von einem Nachbarn gereinigt, ist Top in Schuss und wird kostenlos zur Verfügung gestellt.
Kein Mitgliedsbeitrag, keine Tagesgebühr, kein Parkticket… Hier ist man als Kiter tatsächlich gerne gesehen.
Das hat sich in der Zwischenzeit auch schon rumgesprochen und Kloster ist längst kein Geheimtipp mehr.
In der Hauptsaison kann es wohl doch auch mal recht voll werden, während man den Spot in der Nebensaison fast für sich alleine hat.
Wir hatten am Samstag und Montag mehr als genug Platz…am Sonntag waren perfekte Bedingungen angesagt, die sich einige nicht entgehen lassen wollten.
Beim Starten und Landen war dann auch einiges los, trotzdem gab es auf dem Wasser genügend Platz zum Schulen, Üben und Fahren.
Ich persönlich bin einfach direkt raus gefahren und hab mich gar nicht lange in Ufernähe aufgehalten.
Erstaunlicherweise war ich dort mit 2-3 anderen Kitern alleine.
Ich bin mir nicht sicher, ob das etwas mit „sehen und gesehen werden“ zu tun hat, oder ob es andere Gründe hat warum die meisten in Ufernähe bleiben!?
Im Endeffekt ist es auch egal, ich hatte aufjeden Fall unheimlich viel Spaß da draußen.

Parkplätze am Spotkostenlose Parkplätze direkt am Spot

drei HüttenDusche, Toilette, Aufenthaltsraum

Kite PausePause

Kitesessionund weiter gehts

Kitespot KlosterKloster

kloster kitewindy

Spot Klostereiniges los…und doch nicht zuuu voll

Surfen

Das Surfen ist Bens große Leidenschaft und auch hierfür gibt es in nicht allzu weiter Entfernung gute Spots. Weshalb die Surffarm neben dem Kiten und SUPen auch Surfkurse anbietet.
Aufgrund unserer guten Windausbeute, sind wir dazu leider nicht gekommen.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden…wir kommen mit Sicherheit wieder!!!

Vielen Dank an Franka, Ben und Solveig für die wunderschöne Zeit!!!

 

Jo Igele Reiseblog/ Travelblog, Reiseberichte

Über den Author

Antje Weisner Antje Weisner - Reisebloggerin

Nicht nur die Reiselust, sondern auch das Schreiben begleiten mich nun schon einige Jahre. Das Studium habe ich mir unter anderem als freie Journalistin bei einer lokalen Tageszeitung finanziert und meine Semesterferien dazu genutzt in die Ferne zu schweifen. Mittlerweile bin ich Lehrerin und Mutter eines bezaubernden Sohnes. Meinen Ausgleich finde im Sport. SUP (Stand Up Paddeling), Wakeboarden, Kitesurfen, Snowboarden und Snowkiten haben es mir dabei ganz besonders angetan. Zwar habe ich keine Semesterferien mehr, aber hat einen das Reisefieber einmal gepackt, lässt es einen nicht mehr los...und so tingel ich nun nicht mehr als Studentin, sondern als Reisebloggerin um die Welt.

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