ein Stück Hygge für jederman – Schluss mit den Vorurteilen und auf an die dänische Nordseeküste

27. Oktober 2017 | Von | Kategorie: Allgemein, Dänemark, Kiten, Neu, Sport

Grob übersetzt bedeutet das dänische Wort „Hygge“ „Gemütlichkeit“.
Wie so oft lässt sich in einer wörtlichen Übersetzung nicht die genaue Bedeutung darlegen.
Der Hygge Lifestyle bezieht Freunde, Familie, Intimität, Zufriedenheit…für jedermann (unanbhängig des sozialen Standes) mit ein.
Der Glücksforscher Mike Wiking fasst ganz treffend zusammen:
„Es geht nicht ums Geld, sondern um den Moment.“
Mit dieser Lebensphilosophie schafft es Dänemark im „World Happiness Report“ 2017 auf Platz 2!

Bringt man das in Zusammenhang damit was wir von Urlaub erwarten, sollte man nun davon ausgehen, dass sich ganz Deutschland im Jahresurlaub auf den Weg nach Dänemark macht…

…Wären da nicht die lieben

Vorurteile

, die mich zum Beispiel jahrelang davon abgehalten haben in den Norden zu Reisen.
So verbrachte ich viele (wunderschöne) Urlaube im Süden Europas, ohne zu wissen was genau ich in der entgegen gesetzten Richtung verpasse.

Wovon ich ausging:

  • Von uns im Süden Deutschlands ist Dänemark viel zu weit weg
  • Dänemark ist viel zu teuer
  • In Dänemark ist es kalt

Nachdem mich der Zufall für einen Kurztripp zum Kitesurfen nach Dänemark trieb, war ich „angefixt“ und beschloss den nächsten Familienurlaub an der dänischen Nordseeküste zu verbringen.

Unser Tour führte uns nach Hvide Sande, Thyboron und Nymindegab und räumte mit allen Vorurteilen auf.

Vorurteil 1: Dänemark ist viel zu weit Weg vs. „Die Anreise“

Gerademal 764km haben wir vom Bodensee aus an die Cote D´Azur!
Dagegen klingen die 1180km bis nach Hvide Sande (unser erstes Ziel in Dänemark) wie eine halbe Weltreise. Erstaunlicherweise benötigten wir gerademal eine halbe Stunde Fahrtzeit mehr!!!
Was man gerne übersieht, wenn man sich lediglich die Entfernung anschaut, ist dass man den Weg nach Dänemark fast ausschließlich auf deutschen Autobahnen verbringt und gegen Ende der Sommerferien in Baden-Württemberg kaum jemand in die Richtung unterwegs ist.
Jedoch strömen gerade zu dieser Zeit Massen von hier aus nach Italien, Frankreich und co. Geschwindigkeitsbegrenzungen und Stau begegneten uns Ende August/Anfang September auf unserer Anreise genauso wenig wie Vignetten und Autobahngebühren.
So kamen wir entspannter als geplant und bereits ein klein wenig „hyggelig“ in Dänemark an und konnten die traumhafte Landschaft einfach nur genießen.

über die Dünen zum Meer

menschenleere Sandstrände

quality time

Abendstimmung

Hvide Sande von oben

Vorurteil 2: Dänemark ist teuer

Essen

Da wir vorher gewarnt wurden, wie teuer die Lebenserhaltungskosten sind und wir zu dritt im Bus genügend Platz hatten, packten wir Lebensmittel en masse ein…völlig umsonst!
Die Neugier trieb uns recht schnell in den erst besten Supermarkt und voller Erstaunen stellten wir fest, dass sich die Lebensmittelpreise im Vergleich zu Deutschland kaum unterscheiden!
Im Restaurant kann es zwar tatsächlich teuer werden, aber da uns unsere wunderschönen Ferienhäuschen, so unfassbar gemütliche Abende bescherten, verbrachten wir diese sowieso lieber hier und genossen das gemeinsame Kochen mit der Familie viel mehr, als einen Restaurantbesuch.
Auch in Bezug auf die Unterkunft müssen wir das Vorurteil „teuer“ ganz klar widerlegen.
Gleich zwei wunderschöne Ferienhäuser konnten wir auf unserer Reise für euch testen und an dieser Stelle genauer Vorstellen…

unsere Unterkunft in Hvide Sande

Das war Liebe auf den ersten Blick!!!
Unser Ferienhäuschen von Feriepartner.dk in Hvide Sande, direkt am Ringköbing Fjord, hatte wirklich alles, was ich mir von einem Ferienhaus wünsche!
Als wir in die Garage fuhren, stellten wir sofort fest wie gut durchdacht diese Reihenhäuschen sind.
Nicht nur das Ausladen gestaltete sich äußerst stressfrei, auch die Fahrräder fanden im Bereich zwischen Garage, Hauswirtschaftsraum (Mit Waschmaschine und Trockner ausgestattet) einen geschützten Platz.
Sofort fiel mir der Grill und der Esstisch im uneinsehbaren Innenhof auf, das versprach gemütliche und ungestörte Abende.
So richtig hin und weg war ich, als ich dann das Wohnhaus betrat.
Hell, gemütlich mit allerlei Schnickschnack (wie Whirlpool, Schwedenofen, Sauna…) und eine schöne Terrasse zum Fjord hin … absolut „hyggelig“!!!
Vom offenen Wohn-/Ess- und Kochbereich aus kommt man in drei gemütliche Schlafzimmer und 2 Bäder.
Nicht nur die Ausstattung und Einrichtung des Hauses begeistert, auch die Lage ist optimal für allerlei Unternehmungen (auf die ich im nächsten Artikel genauer eingehen werde).

Die Ferienhäuser liegen direkt am Fjord

stressfreies Ausladen

Wohn-/Koch- und Essbereich unseres wunderschönen Häuschens

eines der Schlafzimmer

die Terrasse

Blick auf die Reihenhäuser

praktischer Hauswirtschaftsraum

Blick auf den Fjord

Spaß im Whirlpool

An der Rezeption von Feriepartner.de gab es nicht nur einen freundlichen Empfang, allerhand Ausflugstipps und Infos, sondern auch Bettchen für vierbeinige Reisebegleiter, sowie kostenloses Hundefutter – das hab ich so bisher auch noch nirgends gesehen.

auch an den besten Freund des Menschen wird hier gedacht

Um nun aber auf das Vorurteil zurück zu kommen, habe ich ein Preisbeispiel innerhalb der Baden-Württembergischen Sommerferien Ende August/Anfang September für euch rausgesucht…von teuer kann da wohl keine Rede sein…:

Traumhaftes Ferienhäuschen (wie oben beschrieben) mit 113m2 Wohnfläche,

für 6 Personen,

1 Woche vom 25.08. – 01.09.2018

inklusive Reinigung

gesamt Kosten: 737 €

Unsere Unterkunft in Nymindegab

Hier trieb es uns in die familienfreundliche Ferienanlage Dayz Seawest.
Auch hier erwartete uns ein schnuckeliges Reihenendhäuschen.
Im Erdgeschoss fanden wir ein Kinderzimmer, ein Bad mit Dusche, den Koch-/Essbereich und eine gemütliche Terrasse vor.
Im ersten Stock schließt sich an den großzügigen Wohnbereich das Elternschlafzimmer an.
Zur Begrüßung lag allerlei Knabberzeug wie Gummibärchen und Chips für uns bereit.

unser Reihenendhaus im Dayz Seawest

Koch-/Essbereich

Wohnbereich und Zugang zum Elternschlafzimmer

Elternschlafzimmer

Die Anlage mit insgesamt 255 Ferienhäusern ist sehr gepflegt und hat einige tolle Highlights zu bieten.
Nachdem uns bei unserer Ankunft die Sonne verwöhnte, erkundeten wir den neuen Spielplatz und den direkt angrenzenden Fahrradweg.
Als die Sonne sich dann am Tag darauf verzog, verbrachten wir im tropischen Badeparadies und dem tollen Indoorspielplatz einen herrlichen verregneten Tag! Im Badeparadies lässt sich an jeder Ecke etwas entdecken. Whirlpools, Tunnel und Höhlen, ein Wellenbecken, Stromkanal, Wasserkanonen, eine 115 m lange und einige kleine Wasserrutschen…! Bennet war völlig im Glück und wollte gar nicht mehr aus dem Wasser raus.

Blick auf die Anlage

von der Anlage aus, gelangt man direkt auf einen schönen Fahrradweg

Spielplatz im Außenbereich

ein Teil vom Badeparadies

Bennets Lieblingsrutsche

besser als jede Wasserpistole

abtauchen

Aber auch für wasserscheue Kinder ist im Dayz Seawest Spaß an regnerischen Tagen garantiert.
Der riesige Spielturm mit Rutschen, Röhren, kniffligen Hindernissen, einer Bällebadkanone, Badmitonfeldern, Kinderfahrzeugen und Indoor Minigolf lassen keine Langeweile aufkommen.
Besonders toll fand ich, dass man vom Fitnessstudio im oberen Stockwerk eine freie Sicht auf diese bunte Spielewelt hat.
So können sich die Kinder austoben, während Mama und Papa was für ihre Fitness tun und sie dabei immer im Blick haben.
Eine super Idee!

die Indoor Spielwelt

Bällebadkanone

die Minigolfanlage führt um die Spielewelt herum

der Fitnessraum…

…mit Blick auf die Spielewelt

Abends gab es dann für uns Familienspaß beim Bowling. Die Bahn ist auch für die Allerkleinsten großartig. Es lassen sich Banden hochfahren und für Kids stehen „Bowlinghilfen“ in Form von Dinos bereit! So konnte Bennet richtig mit uns mit spielen und fragt auch jetzt noch ob wir bald mal wieder zum Bowlen gehen können.

Bowlingspaß…

…für groß und klein

Preisbeispiel:

4-6 Personen – Ferienhaus (wie oben beschrieben) mit ca. 68 qm Wohnfläche

2 Schlafzimmer

1 Woche vom 31.08. – 07.09.2018

gesamt Kosten: 655€

Kommen wir nun zu

Vorurteil Nr. 3: Dänemark ist kalt!

Okay, Badeurlaub am Strand bei 35 Grad erwartet einen Ende August/Anfang September in Dänemark nicht.
Dafür die perfekten Temperaturen für allerlei Aktivitäten.
Tagsüber hatten wir meist traumhaft sonniges T-shirt Wetter, das sich als perfekt für Fahrradtouren, Krabben sammeln und co erwies.
Abends am Strand oder an windigen Tagen, schadete ein Pulli oder eine leichte Jacke dann zwar nicht, dafür hatten wir atemberaubende Sonnenuntergänge und Grillabende am Strand (einmal sogar mit Besuch von Seehunden) ganz romantisch fast für uns allein.
Auch „Wellenhüpfen“, und ein bisschen plantschen am Rande der Nordsee war drin.
Zwar beobachteten wir einige, die auch im Meer badeten, doch da gebe ich ganz offen und ehrlich zu, dass mir das als bekennender Warmduscher zu kalt gewesen wäre!

am Strand in Thyboron

So stelle ich mir das perfekte Abendesssen vor!

auch zum Kicken mehr als genug Platz

Radtouren sind hier sowohl für Kids, als auch für Radsportler zahlreich vorhanden

auf Krabbenjagd

bye bye kleine Krabbe

traumhafter Sonnenuntergang am Meer

Kiten

Der Fjord hingegen passte nicht nur in Bezug auf die warme Temperatur optimal zu meinen persönlichen Vorlieben.
Wie ich schon bei meinem letzten Kurztripp nach Dänemark feststellte, habe ich hier das perfekte Kiterevier für mich gefunden!
Da ich dem Kitespot Kloster ein klein wenig „verfallen“ bin, probierte ich gar keinen anderen aus, sondern fuhr auch von Nymindegab aus (ab Nymindegab 35 Minuten) zu meinem Lieblingsspot!
Da Serge und Bennet das Kitefieber (noch) nicht gepackt hat, war ich an den Windtagen allein unterwegs und deshalb ganz besonders glücklich über die unfassbar liebe und hilfsbereite Community, die man hier antrifft.
Zum Starten und Landen musste ich nichtmal suchen, es war selbstverständlich, dass man sich gegenseitig hilft.
Auch als ich feststellte, dass ich einen Riss im Schlauch meiner Pumpe hatte, fand sich sofort ein hilfsbereiter Kiter, der mir seine anbot.
Und in einem kurzen Schockmoment, als meine Bar vom Trapez wegflog (da hatte ich den Chickendick wohl nicht richtig befestigt), wurde mir sofort klar, dass ich mir in Kloster keine Sorgen machen muss, sondern nacheinander geschaut wird…ob man sich kennt oder nicht (das habe ich andernorts auch schon ganz anders erlebt).
Der Spot selbst, bietet nicht nur einen riesigen Stehbereich, sondern auch spiegelglattes Wasser, Toiletten, Duschen und Hütten für ein windstilles Päuschen.
Also ich war und bin nach wie vor „in love“!!!
Natürlich bin ich nicht die einzige, die all diese Vorzüge zu schätzen weiß, so kann es hier auch mal ganz schön voll werden, auf dem Wasser bemerkte ich davon allerdings nichts…es verteilte sich alles optimal!

startklar

durch das riesige Stehrevier gibt’s auch an vollen Tagen genug Platz auf dem Wasser

happy

nachfühlen und genießen

glücklich geht’s zurück zu meinen Männern

Fazit – Auf nach Dänemark

Endgültig überzeugt und nahezu geflashed von der dänischen Nordsee war ich, als mein eher „reisemuffeliger“, workaholic angehauchter Mann meinte „er hätte in noch keinem Urlaub so gut abschalten können und die Reise in vollen Zügen genossen“.
Ich weiß nicht ob wir einfach nur Glück mit Wetter und co hatten, aber so wie ich die Region erlebt habe, kann ich sie uneingeschränkt als perfektes Reiseziel für Familien empfehlen und euch voller Überzeugung weitergeben, dass wir einen unvergesslichen und tiefenentspannten Urlaub dort verbracht haben! … Mit Sicherheit nicht zum letzten Mal!!!

Vielen Dank an VisitDenmark für die Einladung und die super Organisation !!!

In einem zweiten Bericht stellen wir euch bald tolle Ausflugsziele vor, die sowohl für Kinder, als auch für Eltern einen fantastischen Urlaub garantieren…freut euch darauf 😉

Jo Igele Reiseblog/ Travelblog, Reiseberichte

Über den Author

Antje Weisner Antje Weisner - Reisebloggerin

Nicht nur die Reiselust, sondern auch das Schreiben begleiten mich nun schon einige Jahre. Das Studium habe ich mir unter anderem als freie Journalistin bei einer lokalen Tageszeitung finanziert und meine Semesterferien dazu genutzt in die Ferne zu schweifen. Mittlerweile bin ich Lehrerin und Mutter eines bezaubernden Sohnes. Meinen Ausgleich finde im Sport. SUP (Stand Up Paddeling), Wakeboarden, Kitesurfen, Snowboarden und Snowkiten haben es mir dabei ganz besonders angetan. Zwar habe ich keine Semesterferien mehr, aber hat einen das Reisefieber einmal gepackt, lässt es einen nicht mehr los...und so tingel ich nun nicht mehr als Studentin, sondern als Reisebloggerin um die Welt.

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Ein Kommentar auf "ein Stück Hygge für jederman – Schluss mit den Vorurteilen und auf an die dänische Nordseeküste"

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