Vive la France – Mit dem Hausboot durch die Camargue

12. August 2017 | Von | Kategorie: Allgemein, Europa, Frankreich, Neu

Einige Tipps für den Hausbooturlaub haben wir euch im ersten Bericht „Tipps für den perfekten Hausboottrip…“ ja schon mit an die Hand gegeben.
Nach wie vor kommen wir ins Träumen, wenn wir an unsere Frankreich Tour mit Locaboat zurück denken und möchten euch nun unsere Route vorstellen und von unseren tollen Erlebnissen auf dieser erzählen.

Starthafen Port Ariane in Lattes

Schon im Vorfeld haben wir uns überlegt, welchen Ansprüchen unsere Route gerecht werden soll und uns einen groben Fahrplan zurecht gelegt.
Nicht allzu lange Fahrzeiten, ein bisschen Strand, ein bisschen Shopping, ein bisschen wild romantische Camargue. Direkt beim Check-in hatte die Mitarbeiterin von Locaboat, dann den entscheidenden Tipp parat, wie wir all das ganz ohne Hektik unter einen Hut bringen.
So konnten wir in Ruhe unser Boot beziehen, alles verstauen und die erste Nacht ganz entspannt im Hafen von Lattes verbringen.
Hier gibt es übrigens eine günstige Pizzeria, die ganz akzeptabel schmeckt.
Und die Abendstimmung mit Pizza, einem Gläschen Wein und der Familie auf Deck des eigenen Bootes ist unschlagbar!

Port Ariane

wunderschöne Abendstimmung

Am nächsten Morgen ging es dann los.
Kurz hinter Lattes erwartete uns die erste Schleuse und wir waren überrascht wie einfach das Schleusen ist.
Wir hatten uns ehrlich gesagt ein klein wenig Gedanken gemacht ob wir das auch wirklich alles hinbekommen würden.
So machte sich große Erleichterung breit und wir konnten das Abenteuer Hausboot in vollen Zügen genießen.

auf zur ersten Schleuse

bei der Einfahrt waren wir alle noch etwas aufgeregt…

…um dann festzustellen, dass man eigentlich gar nichts groß tun muss…


…außer das Seil zu halten und zu warten…

La Porte De Maguelone

Obwohl unser ursprünglicher Plan vorsah direkt in die Camargue hoch zu fahren, befolgten wir den Tipp der Locaboat Mitarbeiterin und machten erstmal einen Abstecher ans Meer, nach la Porte de Maguelone.
Hier erwarte uns eine Anlegestelle, von der aus wir mit dem Fahrrad ein kurzes Stück ans Meer fahren konnten.
Eine kleine Insel, auf der sich ein Weingut befindet, trennt den Kanal vom Meer, das man in etwa 10 min erreicht.
Ein feiner Sandstrand bot Badespaß für die Kids und Erholung für die Erwachsenen.
Dieser Abstecher hat sich wirklich gelohnt.
Wer hätte gedacht, dass Frankreich den Sommer schon im April für uns bereit hält!
Vielleicht haben wir einfach nur Glück, aber aus unserer Erfahrung heraus, würden wir Südfrankreich als perfektes Urlaubsziel für die Nebensaison empfehlen.
Auch im November, als wir Hyères besuchten, erwartete uns Sonne satt und Badespaß im Meer.

weiter geht’s

Anlegestelle bei La Porte De Maguelone

mit dem Rad zu Strand

und Sommer…

im April…

genießen!

Die Camarguepferde am Muschelstrand

Erklärtes Urlaubsziel von Elina (unserer Großen) war es die wilden Camarguepferde zu sichten.
So ließen wir die Badeorte Palavas les Flots und Carnon Plage vorerst an uns vorbeiziehen und genossen die traumhafte Landschaft am Rand des Kanals, sichteten immer wieder Flamingos…und plötzlich war die Aufregung groß.
Da waren sie, die Camarguepferde! Doch da die Dämmerung nicht mehr allzu fern war, beschlossen wir nur einen kurzen Blick darauf zu werfen und die im Plan eingezeichnete wilde Anlegestelle zu suchen.
Erst als wir merkten, dass wir bereits zu weit gefahren sind und uns auf den Rückweg machten, wurde uns klar, dass die Anlegeböller genau an der Stelle standen, wo die Pferde grasten.
Vor lauter „Pfeeerd!“ Haben wir diese doch glatt übersehen.
Man kann sich vorstellen welche Luftsprünge vor allem Elinas Herz machte, dass wir direkt bei den Pferden anlegten und dort die Nacht verbrachten.

idyllische Ruhe

die Flamingos

Pferde in Sicht

jetzt aber schnell anlegen, bevor es komplett dunkel ist

Gute Nacht!

Am nächsten Morgen erkundeten wir dann natürlich die Gegend und gelangten an einen einsamen Strand, der komplett aus Muscheln bestand.
Wir waren fasziniert…es fühlt sich sehr ungewohnt an auf solch einem Untergrund zu laufen und knirscht bei jedem Schritt.
Die Kids tobten, sammelten besondere Muscheln, und spielten ausgelassen, während wir es genießen konnten sie dabei zu beobachten.
Ich finde es immer wieder faszinierend wie wenig künstliche Bespaßung Kinder brauchen, wenn man ihnen einfach mal die Zeit gibt, sich mit sich selbst und ihrer Umgebung auseinander zu setzen!
Als uns dann auch noch die Pferde erneut besuchten, waren sie vollkommen im Glück.

los geht´s zur Umgebungserkundung

rechts unten das Reich der Pferde und der Muschelstrand

Muscheln soweit das Auge reicht

den Moment genießen

Kinderbespaßung ist hier überflüssig

ganz schön muschelig 😉

da sind sie wieder

Aigues Mortes

Die Wassertanks konnten es nun gut vertragen wieder aufgefüllt zu werden und der Kühlschrank wurde immer leerer.
So machten wir uns auf die Suche nach Zivilisation und fuhren das wunderschöne Städtchen Aigues Mortes an, wo wir einen tollen Anlegeplatz direkt an den Stadtmauern ergatterten.
Den Rest des Tages verbrachten wir damit Aigues Mortes zu erkunden, in den zahlreichen Souveniershops zu stöbern und die Stadtmauern zu besteigen.
Lediglich die Fahrt mit dem Tourizug hätten wir uns sparen können!
Außer parkenden Autos und den Rand der Stadt, sieht man nichts.
Das Geld kann man wirklich besser investieren.
Da bestaunt man lieber die originellen kleinen Läden etwas länger oder genießt den Blick von den Stadtmauern aus in vollen Zügen.

links unser schönes Plätzchen, vor den Stadtmauern

über den Dächern der Stadt

Blick über Aigues Mortes vom Turm aus

Aussicht genießen

auch einen Schatz haben wir gefunden

ein Kinderparadies voller Süßigkeiten

die Fahrt mit dem Zügle kann man sich sparen

Da wir im Vorfeld Bilder von den rosa Salzseen um Aigues Mortes gesehen haben, wollten wir uns auch die Umgebung genauer anschauen und verbrachten den Vormittag mit einer kleinen Wanderung.
Wir waren erst etwas verwundert und fragten uns ob wir am falschen Ort, zur falschen Zeit, mit dem falschen Licht unterwegs waren…denn außer einem leicht zu erahnenden rosèfarbenem Schimmer, entdeckten wir nichts was den Bildern aus dem Internet nahe kam.
Zwar war die Umgebung wunderschön und die Kinder hatten eine riesen Freude an dem Spiel „wer die größte Schilfangel findet“, aber die rosa Seen fanden wir ersteinmal nicht.
Als wir dann unsere Drohne aufsteigen ließen, wurde uns klar, dass wir einfach das falsche Blickfeld hatten!
Von oben sah alles gleich ganz anders aus.
Fasziniert verfolgten wir ab welcher Höhe, in welchem Winkel die Farben sich veränderten…

Aigues Mortes von den Salzseen aus

mit der Drohne geht’s auf die Suche nach den rosa Salzseen

gefunden…von oben sieht doch alles gleich ganz anders aus

wilde Anlegestelle bei Franquevaux

Nachdem die Vorräte aufgefüllt waren, durfte es nun wieder etwas Wildnis sein…so ging es weiter durch die idyllische Landschaft der Camargue, bis wir einen traumhaften wilden Anlegeplatz kurz vor Saint-Gilles fanden.
Dieser bot den perfekten Ausgangspunkt für eine kleine Radtour mit den Kindern.
Dank zweier Brücken, entpuppte sich ein „Rundweg“ mit ca 10 Kilometern als optimale Strecke für unsere kleinen Radler.
Auch hier begegneten uns zur Freude der Mädels wieder Pferde, die wohl zu einem nicht weit entfernten Hof gehörten, der auch Ausritte anbot und die sich hier frei auf dem Gelände um den Kanal aufhielten.
Am Abend packten wir unseren Grill aus, gönnten uns ein Gläschen Wein und genossen die Umgebung, die Ruhe und Abgeschiedenheit.

Fahrradtour am Kanal entlang

eine Rundtour über 2 Brücken ist von unserem Standpunkt aus etwa 10km lang

quality time

Anlegestelle von oben

auch hier trafen wir auf Pferde

so bin ich gerne fürs Essen zuständig

Carnon Plage

Bei Carnon erlebten wir einen kleinen Panikmoment.
Wir fuhren in einen eingezeichneten Hafen, der dann allerdings in einer Sackgasse (zu niedrige Brücke) endete und wir ein 180° Wendemanöver „auf der Stelle“ durchführen mussten, da der dort freie Platz nur eine Handbreit größer war, als unser Boot.
Tipp: Die Hafeneinfahrt auf der rechten Seite besser links liegen lassen 😉 Erstaunlicherweise hat alles problemlos geklappt und wir fanden eine Anlegestelle, die zwar nicht besonders schön war, aber an der wir günstig mit Wasser und Strom versorgt und freundlich empfangen wurden.
Der Strand war dafür umso schöner.
Nach einem Spaziergang durch den belebten Hafen, durften die Kinder am feinen Sandstrand mit Oma spielen und ich machte mich mit Katrin auf die Suche nach einer Pizzeria.
Pizza am Strand ist nicht nur tiefenentspannt mit Kindern, sondern grundsätzlich mein absolutes Lieblingsessen 😉

mit großen Booten kann es hier eng werden!

feinster Sand

Lieblingsessen – Pizza am Strand

Plage des Aresquiers und Palavas les Flots

Eine Bucht für uns allein!
Hier haben wir wirklich ein traumhaftes Fleckchen Erde gefunden.
Da der komplette Strand über etwa 7 Kilometer in viele kleine Buchten unterteilt ist, fühlt man sich, als wäre man alleine am Strand.
Die Kinder fanden hier massenweise Handtellergroße Muscheln, ließen sich eingraben und tobten Am Strand und im Meer.
Währenddessen startete ich eine kleine Radtour in den Badeort Palavas les Flots.
Auf dem Weg dorthin fuhr ich unter anderem an einem Campingplatz, mehreren Strandrestaurants, einem Sup Verleih und zahlreichen Übergängen zu den eben beschriebenen Buchten vorbei.
Allerdings reichte die Zeit nicht mehr für genauere Erkundungen.
Unser Hausboottrip neigte sich dem Ende zu und es wurde Zeit den Heimathafen anzufahren.

menschenleerer Strand

eine Bucht für uns allein

beachtime

Palavas les Flots

Promenade

zurück im Heimathafen

Navigieren leicht gemacht

Alle unsere Anlegestellen und Häfen findet man im Navigationsbuch, das man von Locaboat erhält.
Eigentlich ist es selbst erklärend, bzw sind alle Zeichen im Buch erläutert.
Trotzdem ist es sinnvoll sich diese Erläuterungen im Vorfeld mal durchzuschauen, bevor man in Panik gerät, weil einem ein Zeichen spontan unbekannt vorkommt.
Die „Österreichflagge“ zum Beispiel bedeutet, dass man da auf gar keinen Fall einfahren darf, soetwas wäre ganz gut zu wissen 😉

Die eingezeichneten Anker markieren kostenpflichtige Häfen oder Anlegestellen mit Wasser/Strom.
Die Böller zeigen kostenlose Anlegeplätze mit fest angebrachten Böllern, aber ohne Versorgung.
Außerdem besteht grundsätzlich die Möglichkeit mit den Pflöcken an Board wild anzulegen.
Das Anbringen der Seile an Bäumen ist in ganz Frankreich verboten.
Man kann also wirklich vollkommen einfach und stressfrei herausfinden wo einen was erwartet und so planen wie es individuell passt.

Auszug aus dem Navigationsbuch

Fazit

Ich kann nur wiederholen, was ich bereits im ersten Bericht geschrieben habe, wir sind begeistert von dieser Art Urlaub und legen trotz den ziemlich hohen Kosten jedem ans Herz das einmal selbst auszuprobieren.

Vielen lieben Dank an Locaboat und Global Communication Experts für die Einladung und diese tolle Erfahrung!

Jo Igele Reiseblog/ Travelblog, Reiseberichte

Über den Author

Antje Weisner Antje Weisner - Reisebloggerin

Nicht nur die Reiselust, sondern auch das Schreiben begleiten mich nun schon einige Jahre. Das Studium habe ich mir unter anderem als freie Journalistin bei einer lokalen Tageszeitung finanziert und meine Semesterferien dazu genutzt in die Ferne zu schweifen. Mittlerweile bin ich Lehrerin und Mutter eines bezaubernden Sohnes. Meinen Ausgleich finde im Sport. SUP (Stand Up Paddeling), Wakeboarden, Kitesurfen, Snowboarden und Snowkiten haben es mir dabei ganz besonders angetan. Zwar habe ich keine Semesterferien mehr, aber hat einen das Reisefieber einmal gepackt, lässt es einen nicht mehr los...und so tingel ich nun nicht mehr als Studentin, sondern als Reisebloggerin um die Welt.

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Ein Kommentar auf "Vive la France – Mit dem Hausboot durch die Camargue"

  1. Bruder Franz sagt:

    Hey ihr beiden!

    Vielen Dank für den ausführlichen und sehr inspirierenden Artikel!
    Bislang haben wir die Hausboote immer nur von Ufer aus gesehen, aber es scheint, als wäre es für die Zukunft auch eine gute Option, einmal auf andere Weise unterwegs zu sein.

    Herzliche Grüße
    Die Lebensabenteurer

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