Kite & Kind – vom kinderunfreundlichen Extremsport…

30. Juni 2016 | Von | Kategorie: Allgemein, Kiten, Neu, Sonstiges, Sport, Tipps & Sonstiges

…und davon, dass Kiten eigentlich gar nicht kinderunfreundlich ist!!!

Zwar mag die Überschrift etwas übertrieben sein, aber doch spiegelt sie das wider, was einige (vor allem Nichtkiter) im Kopf haben. „Kiten ist gefährlich“,
„Mit Kindern geht das sowieso nicht“,
„Kannst du dir keinen normalen Sport aussuchen wie andere Muttis auch?“

AUF GAR GEINEN FALL!!!

Zum einen ist Kitesurfen nicht irgendein Sport – es ist eine Passion!
Hat einen das Kitefieber einmal gepackt, lässt es einen nicht mehr so schnell los.
Zum anderen ist es absoluter Bullshit, dass Kiten und Kind sich ausschließen.
Natürlich schnalle ich mir meinen 4 jährigen Sohn nicht um den Bauch während ich auf dem Wasser bin, aber das macht beim Aerobic zum Beispiel auch keiner.
Trotzdem ist er meistens dabei und genießt die Zeit am Spot.
Mit Nebeneffekten wie ausgeleierten T-Shirts, weil Bennet sich „wie ein richtiger Kiter“ auszieht oder die Tatsache, dass er es wesentlich witziger findet, wenns Mama hinhaut und das Wasser „so schön spritzt“, kann ich gut Leben!

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was tut man nicht alles für lachende Kinderaugen…

Damit so ein Tag am Kitestrand aber auch wirklich entspannt für alle läuft, gibt es ein paar Dinge zu beachten, die ich euch hier mal zusammengefasst habe.

1. Sicherheit geht vor

Ganz klar! Und da es hier nicht um irgendwas, sondern um den wichtigsten Mensch in meinem Leben geht, widerstrebt es mir auf rücksichtsvolles und vorausschauendes Verhalten fremder Erwachsener (in dem Fall Kiter) zu vertrauen.
Viel wichtiger ist mir, dass mein Kind über die Gegebenheit am Spot bescheid weiß.
Deshalb gehen wir auch öfters einfach nur zuschauen.
Ich erkläre Bennet was er darf und was nicht, zeige ihm Zonen in denen er alleine nichts zu suchen hat und erkläre ihm warum.
Vor allem Vergleiche wie zum Beispiel, dass man genauso wenig in einen landenden Kite rennt, wie über eine Straße, versteht und akzeptiert er gut und schnell.
Wenn ihr also die Zeit am Spot mit eurem Kind entspannt genießen wollt, vereinbart Regeln, die für das Kind klar verständlich und eindeutig formuliert sind.

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„Theoriestunde“

2. meins ist nicht gleich deins

Ein Kind, das an das Material Fremder geht, sorgt verständlicherweise für böses Blut. Am Zeug anderer hat es einfach nichts verloren.
Viel besser: Wenn euer Kind sich dafür interessiert, schafft eine Möglichkeit es in den Sport mit einzubeziehen. Bennet liebt es zum Beispiel die Luft aus dem Schirm zu lassen (er lacht sich dabei jedes mal kaputt).
Auch darf er beim Aufpumpen, Zusammenlegen oder Ableinen helfen oder aber sich einfach mal auf Mamas Brett stellen und Kiten spielen.

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Trockentraining

3. vier Augen sehen mehr als zwei

So sehr ich die gemeinsame Zeit am Wasser genieße, will ich natürlich auch irgendwann aufs Wasser.
Hier ist das A und O eine passende Aufsichtsperson, der ich voll und ganz vertraue, die Bennet kennt und bei der er sich wohl fühlt.
Ist das nicht möglich, wird nicht gekitet!
Am besten ist es natürlich, wenn Papa Zeit und Lust hat mit zu kommen, aber auch gute Freunde, Oma oder Tante sind bei mir gern gesehene Babysitter.
Außerdem bin ich dann halt nicht 4-5 Stunden, sondern 1-2 auf dem Wasser.
Auch von Reiseveranstaltern, die spezielle Familienkitereisen mit Kinderbetreuung anbieten, habe ich schon gelesen. Da muss ich mal noch ein wenig genauer recherchieren.

entspannt kiten
mit gut versorgtem Kind und freiem Kopf, lässt es sich die Session entspannt genießen

4. frische Strandluft macht müde

Auch wenn Bennet Zuhause meist keinen Mittagschlaf mehr macht, gehört es für ihn am Strand zum „Pflichtprogramm“. Irgendwann kommt der Punkt, an dem er mich darauf hinweist es sei jetzt Zeit zum Ausruhen. (Oder aber er ist einfach nur grätig und ich verdonner ihn dazu)
Am liebsten natürlich windgeschützt.
Hier kann ich eine gut gesicherte Strandmuschel empfehlen, aber auch unter dem Kite schläft es sich hervorragend, wenn sonst kein windgeschütztes Plätzchen zu finden ist.

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ein Schläfchen in Ehren…

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finde das schlafende Kind

5. wers nicht im Kopf hat, hats in den Beinen

Will man den ganzen Tag am Strand verbringen, sollte man an alles denken.
Sonnenschutz, Ersatzkleidung, Knabberzeug und co. dürfen nicht fehlen.
Was die Kinderbeschäftigung angeht, sollte man sich über die Gegebenheiten am Spot informieren.
Bei Sandstrand darf das Sandelzeug natürlich nicht fehlen, bei Wiese rund herum eher Spielzeugautos…je nachdem mit was euer Kind sich gerne, lang und selbständig beschäftigt…das wisst ihr immernoch am besten.
Wobei es an den meisten Spots, die ich bisher besucht habe, Spielgeräte oder sogar ganze Spielplätze gab.
Und im Endeffekt sind Steinchen, Stöckchen und Wasser für Bennet meist sowieso schon genug!

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einen besseren Sandkasten findet man auf keinem Spielplatz

6. Gleichgesinnte – zusammen ist es am Schönsten

Optimal, allerdings nicht immer beeinflussbar, ist natürlich wenn Freunde die Leidenschaft teilen.
Man kann sich mit der Kinderbetreuung abwechseln und die Kids sind gleich doppelt so glücklich mit dem „best buddy“ an der Seite.

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best buddies

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nicht nur bei 30 Grad und Sonne…am Strand wirds einfach nie langweilig

7. Grenzen – nur ein zufriedenes Kind ist ein glückliches Kind

Natürlich gibt es auch Grenzen und dass ein Kind bei 40 Knoten sicher keinen Spaß am Strand hat, sollte jedem klar sein.
Mit ein bisschen Feingefühl und Erfahrung findet man aber schnell heraus, wie und wann der richtige Zeitpunkt für einen Familientag mit Kitezulage ist.

Also verbringt Zeit mit euren Kindern und lasst sie teilhaben an dem was ihr liebt…denn zusammen ist doch alles noch viel schöner <B

Das gilt übrigens nicht nur fürs Kiten, sondern auch für jeden anderen (auf den ersten Blick) kleinkinderunfreundlichen Sport.

supwakenco
ob Supen, Wakeboarden oder Snowboarden…gemeinsam ist es einfach immer am Schönsten

 
Wie steht ihr zum Thema Kinder am Kitespot? Habt ihr noch ergänzende Tipps? Hinterlasst eure Erfahrungen in den Kommentaren.

 

Jo Igele Reiseblog / Travelblog, Reiseberichte

Über den Author

Antje Weisner Antje Weisner - Reisebloggerin

Nicht nur die Reiselust, sondern auch das Schreiben begleiten mich nun schon einige Jahre. Das Studium habe ich mir unter anderem als freie Journalistin bei einer lokalen Tageszeitung finanziert und meine Semesterferien dazu genutzt in die Ferne zu schweifen. Mittlerweile bin ich Lehrerin und Mutter eines bezaubernden 3 Jahre alten Sohnes. Meinen Ausgleich finde im Sport. SUP (Stand Up Paddeling), Wakeboarden, Kitesurfen, Snowboarden und Snowkiten haben es mir dabei ganz besonders angetan. Zwar habe ich keine Semesterferien mehr, aber hat einen das Reisefieber einmal gepackt, lässt es einen nicht mehr los...und so tingel ich nun nicht mehr als Studentin, sondern als Reisebloggerin um die Welt.

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3 Kommentare auf "Kite & Kind – vom kinderunfreundlichen Extremsport…"

  1. Gina sagt:

    Fantastic Blog 🙂

  2. Hallo Antje,
    ich war noch nie kiten gewesen, aber ich habe selber 3 Kinder 🙂 und die haben wir
    auch immer mit zum Strand/Wasser genommen, wenn wir etwas vorhatten. Meiner
    Meinung nach kann man viel mit Kindern machen, wenn man sich gut im Vorfeld
    organisiert und die Kinderaspekte berücksichtigt. Wichtig ist, dass man nicht zu
    verbissen an die Sache rangeht, dann haben alle viel Spaß. Ich wünsche dir weiterhin
    viel Vergnügen mit dem Kiten !
    VG
    Iris

    • Antje sagt:

      Danke liebe Iris,

      da hast du absolut recht!!! Vor allem dass „alle Spaß daran haben“ (an was auch immer) sollte grundsätzlich Ziel des Tages sein 😊

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