Reiseblogger, ein Traumjob?!

23. Mai 2013 | Von | Kategorie: Reiseblogger, Rotterdam

Während meines Besuchs der TBU Konferenz in Rotterdam letzte Woche, angeregt durch zahlreiche Vorträge, Workshops und Gespräche, habe ich mir ein paar Gedanken zu meinem Dasein als Reiseblogger gemacht. Daraus ist diese, nicht durchweg ernst zu nehmende Zusammenfassung entstanden.

Was macht es so aufregend als Reiseblogger unterwegs zu sein?
Ist es eher Lust oder Last?

Der Tag eines Reisebloggers beginnt früh am Morgen. Wenn andere noch selig schlafen, treibt er sich bereits auf, zu dieser Zeit meist noch leeren, Flughäfen rum.
Reiseblogger

Zwängt sich am Zielort in enge Transportfahrzeuge, versucht die Fahrt in Bild und Film festzuhalten und vertraut bedingungslos auf die, nicht immer vorhandenen, Fahrkünste der Chauffeure.
Reiseblogger

Bereits am frühen Vormittag zieht er dann durch Bars und Spelunken um Drinks und Cocktails zu fotografieren und zu konsumieren, schließlich will der Blogleser ja erfahren, wie die abgelichteten Cocktails schmecken.
Reiseblogger

Schlechtes Wetter gibt es für einen Reiseblogger nicht. Weder Sturm, noch strömender Regen oder Schneechaos können ihn abschrecken. Höhenangst ist für ihn ein Fremdwort, kein Gebäude, kein Turm ist ihm zu hoch und wenn es mal keinen Aufzug gibt, keine Anstrengung zu groß, für das ultimative Foto von ganz oben.
Reiseblogger

Immer auf der Suche nach der besten Perspektive und dem ultimativen Klick, darf er sich nicht davor scheuen, sich spontan auf den Boden zu werfen oder die unmöglichsten Stellungen einzunehmen. Da ist der Bandscheibenvorfall schon fast vorprogrammiert.
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Reiseblogger

Er muss immer darauf achten, dass die Frisur sitzt und ein Lächeln auf den Lippen haben, denn er kann sich nie sicher sein, nicht gerade von einem Kollegen als Modell missbraucht zu werden.
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Und dann das Essen, da muss der Reiseblogger so richtig leiden. Gerade erst vom Lunch aufgestanden, wartet meist schon ein mehrgängiges Dinner auf ihn. Das er wieder einmal kalt genießen darf, da er zunächst alles fotografieren und twittern muss. Er lässt es über sich ergehen, isst höflichkeitshalber seinen Teller brav leer und schüttet zur besseren Verdauung noch ein wenig Alkohol hinterher, obwohl er doch eigentlich abnehmen wollte.
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Abends steht er sich dann die Füße auf irgendwelchen langweiligen Empfängen platt oder steht eng gepresst inmitten einer feiernden Menge, nur weil er seinen Lesern die Location, die gerade besonders angesagt ist, nicht vorenthalten will. Ist abends ausnahmsweise mal nichts geboten, dann ist Networking angesagt, schließlich will man ja auch in der Szene dazugehören und den neuesten Tratsch über Reiseveranstalter und Presseagenturen mitbekommen.
Reiseblogger

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In der Nacht, wenn andere sich schon längst dem süßen Nichtstun hingeben, muss er noch schnell den Whirlpool im Hotelzimmer testen.
Die wenige Zeit die ihm zum Schlafen bleibt, verbringt er meist, sich von links nach rechts wälzend, in unbequemen Hotelbetten, um sich dann am nächsten Morgen mit geschwollenen Augen ein pompöses Frühstück einzuverleiben, obwohl er eigentlich noch nicht einmal das gestrige Abendessen verdaut hat.
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Um auch ja keinen Trend zu verpassen, begibt er sich auch in stickige Seminarsäle und lümmelt auf unbequemen Sitzgelegenheiten rum.
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Ja Freunde, das war jetzt die Soft Version, die Version anlässlich eines Großstadtaufenthalts.
Was meint ihr, was auf einen Reiseblogger alles zukommt, wenn er sich auf Safari durch den tiefsten Schlamm an die gefährlichsten Löwen, Büffel, Nashörner usw. robbt, nur um auf seinem Blog tolle Fotos der Big Five zu präsentieren oder wenn er zitternd in der Nähe des Nordpols in einem Eishotel übernachtet um euch davon zu berichten?

Wenn ihr jetzt immer noch der Meinung seid, dass Reiseblogger ein Traumjob ist, dann freue ich mich auf euer „Like“ und/oder euren Kommentar. Falls dieser Beitrag eure Meinung geändert hat, dann dürft ihr mir gerne ein „Like“ aus Mitleid geben oder euer Beileid in den Kommentaren ausdrücken.
Ein Teilen und Verbreiten des Beitrags ist übrigens ausdrücklich erwünscht.

Alle Fotos stammen von der TBU Konferenz 2013 in Rotterdam und von dem anschließenden Post Konferenz Trip, zu dem ich von Marketing Rotterdam eingeladen wurde.

 
 

Jo Igele Reiseblog / Travelblog, Reiseberichte

 

Über den Author

Udo Udo Weisner (†19.02.2015) - Reiseblogger / Travelblogger
Zusammen mit meiner Frau Sonja bereise ich die Welt. Wir kennen und lieben die ganze Palette des Reisens von Pauschal bis individual und von Abenteuer bis teuer. Auf unserem Reiseblog / Travel Blog (http://www.jo-igele.de) veröffentlichen wir unser persönliches Reisetagebuch und lassen unsere Leser an unseren Reisen teilhaben.

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16 Kommentare auf "Reiseblogger, ein Traumjob?!"

  1. Monika sagt:

    Oh, ich seh grad‘ – wir sind ja auch abgebildet in Deinem Artikel 🙂 Und ja, it’s a hard life! 🙂

    Liebe Grüße,
    Monika und Petar

  2. Antje sagt:

    Das klingt nach einem sehr harten Job! Ich sollte es mir vielleicht doch nochmal überlegen… 😉

  3. Ein amüsanter Artikel! Demnach ist ja ein Reiseblogger gleichermaßen Food-, Fashion-, Lifestyle und Beautyblogger. Was für eine Mehrfachbelastung! Ganz abgesehen von der journalistischen und fotografischen Leistung die ein Blogger ohnehin zu erbringen hat…

    Viele Grüße von ZUHAUSE 😉
    Salvia von Liebstöckelschuh

  4. Katja sagt:

    Tja, als Reiseblogger hat man(n)/frau es in der Tat nicht leicht! Witziger Artikel! Hier unsere Version der Dinge: http://bit.ly/1bTxhTr

  5. Frank sagt:

    Hallo Jo,

    ja das ist wohl alles recht wahr. Ich finde es immer wieder interessant, wenn man mit Außenstehenden übers bloggen redet, wie wenig Vorstellungen von der Realität die haben. Als Reiseblogger hast du ja wesentlich mehr zu tun, als ich für meinen Teil. Nun vielleicht sehe ich das auch ein wenig kritischer weil ich seit gut 11 Jahren nicht mehr im Urlaub war, und mir im Moment nicht vorstellen kann mir im Falle das ich irgendwann nochmal Urlaub mache mich noch damit zu beschäftigen perfekte Bilder und Berichte für den Blog zu finden…

    Obwohl können wir als Blogger sowas wirklich bleiben lassen!? Ist es nicht viel mehr schon eine kleine Sucht zu bloggen, egal wie und wo?

    Gruß Frank

    • Udo sagt:

      Hallo Frank,

      ja, es hat schon etwas Suchtcharakter. Dennoch, die Menge macht`s, manchmal wird es einfach ein wenig viel und der Spaß hat ein Loch.

      Grüße vom Bodensee
      Udo

  6. Timo sagt:

    Its a hard knocked life!

  7. Vanessa sagt:

    Udo,
    danke – danke – danke 🙂 endlich spricht es einmal jemand aus, wie schwer es doch sein kann und vor allem wie anstrengend… – oft erst spät nachts von der Recherche zurück, sehr frühes Frühstück und schlechtes Wetter – alles Dinge für die man keinen Aufpreis verlangen kann und dann auch noch zu Workshops, durch enge Gassen, viele Menschen auf engem Raum… – du hast wirklich mein tiefes Mitgefühl… ich hoffe wirklich, du kannst einmal ein paar Tage Erholungsurlaub in der Karibik machen…

    In diesem Sinne – erhol‘ dich gut…

    Vanessa

  8. Karina sagt:

    Haha! Genialer Artikel. 🙂
    Ja. So ein Reiseblogger hat’s schon nicht leicht. Mein herzlichstes Beileid. 🙂

  9. Hahaha, habe mich köstlich über diesen Artikel amüsiert!!! Sowas von LIKE!

  10. Waldseer sagt:

    Es gibt schlimmeres als Job!!! 😀 Aber es gibt ja auch Leutz wie mich, die es eher gemählich mit dem Wandern und dem Rad machen! Vielleicht ein Wanderblogger? 😀

  11. Udo sagt:

    Ich seh schon, du verstehst mich halt Ulrike.
    Mit den Seychellen wird erst mal nichts. Am Samstag geht es für ein paar Tage in die Türkei und danach ist Mexico angesagt.

    Grüße vom Bodensee
    Udo

  12. Ulrike sagt:

    Lieber Udo,
    das ist wirklich ein harter Job. Hatte dich noch auf der TBU mit schwarzen Augenrändern und gebeugtem Rücken gesehen (die Betten in 5-Sterne-Hotels sind wirklich eine Katastrophe). Halte durch und erhole dich irgendwo, wo es nicht regnet. Vielleicht auf den Seychellen?
    Herzlichen Gruß aus Den Haag, Ulrike

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