Tenuta Pennita: Wein, Olivenöl und Grappa.

22. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Europa, Italien

Olivenölverkostung auf dem Landgut Tenuta Pennita.

Nachdem wir uns am Vormittag des zweiten Tages unserer Atrium Blogtour in Castrocaro mit der rationalistischen Architektur und dem Mittelalter beschäftigt haben, geht`s um die Mittagszeit ins Umland der Gemeinde Castrocaro. Dort liegt in den grünen Hügeln, mit Blick auf das mittelalterliche Dorf Terra del Sole, das Weingut des Ehepaars Alina und Gianluca Tumedei. Gianluca, der das Weingut Tenuta Pennita 1998 von seinem Vater übernommen und den Betrieb 2001 modernisiert und neu positioniert hat, produziert hier hochwertige Sangiovese Rotweine.

Tenuta Pennita
Blick vom Landgut Tenuta Pennita.

Wer jetzt aber denkt, dass wir uns bereits am frühen Mittag auf eine Weinprobe eingelassen haben,
der irrt. Im Mittelpunkt unseres Interesses stand die Olivenöl-Verkostung, zu der uns Gianluca eingeladen hatte.
Das besonders milde, durch das Adriatische Meer beeinflusste Klima in der Gegend von Terra del Sole ermöglicht, neben dem Anbau von Wein, auch den Anbau von Obst und Oliven. So produziert Tenuta Pennita hochwertigen Sangiovese, ausgezeichnetes kaltgepresstes Olivenöl und Grappa.

Oliven
Frisch geerntete Oliven.

Mit etwa 3000 Litern pro Jahr ist die produzierte Menge an Olivenöl verhältnismäßig klein, dafür aber von höchster Qualität. Die zahlreichen Urkunden an den Bürowänden belegen dies.

Tenuta Pennita
Ausgezeichnetes Olivenöl vom Landgut Tenuta Pennita.

Gianluca Tumedei ist Autodidakt was das Olivenöl angeht. Entgegen der Ratschläge der Fachleute, hat er hier in der Gegend von Castrocaro mit der Produktion von Olivenöl begonnen, experimentiert und gelernt. Heute ist er weltweit anerkannter Experte und produziert Olivenöl von auserlesener Qualität.

Gianluca Tumedei
Gianluca Tumedei

Olivenöl wird in drei Qualitäten eingeteilt: Extra Vergine (natives Olivenöl Extra), Vergine (natives Olivenöl) und Lampantöl (Olivenöl). Die Qualität des Öls wird von der Olivensorte, dem Zustand und der Reife der Oliven, dem Anteil an Fremdkörpern im Pressgut, der Sauberkeit der Verarbeitungsanlagen, der Art und Dauer der Lagerung bis zur Verarbeitung und der Verarbeitung selbst bestimmt.
Um ein gutes Olivenöl der Extra Vergine Qualität zu erhalten, müssen die Oliven im optimalen Reifezustand von Hand geerntet werden und innerhalb weniger Stunden in einer Ölmühle weiterverarbeitet werden, erklärt uns Gianluca, dabei dürfen sie nicht wärmer als 25°C werden, und es darf weder zur Fermentation noch zur Oxidation kommen. Auf Tenuta Pennita vergehen maximal 12 Stunden von der Ernte bis zur Verarbeitung. Ein gutes Olivenöl kostet dann schnell mal genauso viel, wie eine gute Flasche Wein.

Gianluca Tumedei
Zunächst muss das Olivenöl, das zur Verkostung ansteht, angewärmt werden.

Zur Verkostung soll das Olivenöl in etwa Körpertemperatur haben, klärt uns Gianluca auf, und dann wird zunächst einmal daran gerochen. Angenehm fruchtig soll gutes Olivenöl riechen, grüne Tomaten und Avokado riecht Gianluca bei einer Olivenölsorte, Mandeln und Kiwi bei einer anderen. Ich tue mir ein wenig schwer damit. Meine Nase ist wohl etwas untrainiert, und wie roch nochmal eine Avocado?

Olivenölverkostung
Olivenöl wird zu 90% mit der Nase beurteilt sagt Gianluca.

Dann endlich dürfen wir das Öl kosten. Gutes Olivenöl schmeckt fruchtig, leicht bitter, scharf und hinterlässt ein Kratzen im Hals. Jawohl, jetzt bin ich dabei. Mein Geschmackssinn scheint besser ausgeprägt, als mein Geruchsinn. Deutlich spüre ich auch das Kratzen im Hals. Das in gutem Olivenöl enthaltene Oleocanthal, das entzündungshemmend und antioxydativ wirkt, ist für dieses Kratzen verantwortlich. 4 verschiedene Sorten der Extra Vergine Qualität dürfen wir verkosten und am Ende fühle ich mich dann fast schon wie ein kleiner Olivenölexperte.

Tenuta Pennita
Der Wächter der Schätze auf Tenuta Pennita. Einer der vier Bordercollies.

In einem anderen Raum hat man in der Zwischenzeit schon ein Lunch für uns zubereitet, typisch für die Gegend, wie uns versichert wird. Dazu gibt es dann auch eine Auswahl der auf Tenuta Pennita produzierten Weine und zum Abschluss den hauseigenen Grappa.

Lunch in der Tenuta Pennita
Raviggiolo, Salsiccia, Verdure e Vino. Lunch in der Tenuta Pennita.

Tenuta Pennita
Teilnehmer der Atrium Blogtour beim Lunch auf dem Landgut Tenuta Pennita.

Tenuta Pennita
Nachschub gefällig. Hier reift der Sangiovese.

Grappa
Und zum Abschluß noch einen Grappa.
 
Wer in die Emilia Romagna kommt, sollte unbedingt auf Tenuta Pennita bei Gianluca Tumedei vorbei schauen. Er ist ein liebenswerter Kerl und hat viel zu erzählen und zu zeigen.
 
Die weiteren Teile der Atrium Blogtour werden uns nach Predappio, Forlimpopoli und Cesenatico führen.
Die Gemeinde Forli und das Atrium Projekt hatten mich zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank.

 
 

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Über den Author

Udo Udo Weisner (†19.02.2015) - Reiseblogger / Travelblogger
Zusammen mit meiner Frau Sonja bereise ich die Welt. Wir kennen und lieben die ganze Palette des Reisens von Pauschal bis individual und von Abenteuer bis teuer. Auf unserem Reiseblog / Travel Blog (http://www.jo-igele.de) veröffentlichen wir unser persönliches Reisetagebuch und lassen unsere Leser an unseren Reisen teilhaben.

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7 Kommentare auf "Tenuta Pennita: Wein, Olivenöl und Grappa."

  1. Ingo sagt:

    Hallo Udo,

    danke für deinen Bericht, das war sehr spannend zu lesen! Klingt ja so, als hättest du eine tolle Zeit gehabt. 🙂

    Zum Thema Grappa kann ich dir noch diese Info-Seite ans Herz legen – hier kann man nämlich sowohl als Anfänger, als auch als fortgeschrittener Grappaliebhaber noch etwas lernen: http://italienischer-grappa.com/wie-trinkt-man-grappa-grappa-trinktemperatur/

    Viele Grüße
    Ingo

  2. Ich beneide Euch! Bei Genussreisen durch bella Italia fühle ich mich immer wie im siebten Himmel. So geht Leben!

  3. Christa sagt:

    Super Idee und es sieht alles auch so lecker aus. Macht man im Urlaub viel zu wenig, also testen von Spezialitäten. Wunderbar.

  4. gardaseepur sagt:

    sieht herrlich lecker aus…da bekommt man nicht nur Appetit sondern auch Lust aufs Reisen…..

  5. Sehr schöner Artikel! Ich hab, als ich das erste Mal „richtiges“ Olivenöl probiert hab, ganz schön husten müssen wegen der Schärfe und dem Kratzen im Hals. Seitdem bin ich aber richtiger Fan von Extra-Vergine-Öl. Hab auch was dazu auf meinem Blog geschrieben: http://maremmageheimtipp.wordpress.com/2012/11/22/olivenoel-toskana-olma/

    Viele Grüße aus der Maremma!

    • Udo sagt:

      Ja Max, so kann man sich irren, ich dachte bis dahin immer, je milder das Öl desto besser die Qualität.
      Pfeifendeckel, anders herum wird ein Schuh draus.
      Grüße vom Bodensee
      Udo

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