Tipps für den perfekten Hausboottrip!!!…Alles unter einem Dach – mein Haus, mein Auto, mein Boot

23. April 2017 | Von | Kategorie: Allgemein, Camping, Europa, Frankreich, Neu, Sonstiges, Tipps & Sonstiges, Weltweit

Wer unsere Facebookseite etwas verfolgt, der weiß schon, dass wir absolut begeistert von unserem Hausboottripp mit Locaboat durch die Camargue waren.
Welche Route wir gewählt, was wir gesehen und erlebt haben, wollen wir euch in einem anderen Beitrag erzählen. Erstmal soll es um die besondere Art des Urlaubs ansich gehen.
Da es auch für uns das erste mal auf dem Hausboot und eine völlig neue Erfahrung war, haben wir nicht nur jede Menge Begeisterung, sondern auch einige nützliche Hinweise und Tipps für euch mitgebracht.

Canal du Rhône

mit Locaboat Holidays

Das richtige Boot

Die Boote gibt es natürlich in unterschiedlichen Größen und Aufteilungen.
Bevor man ein Hausboot bucht, sollte man sich Gedanken darüber machen, was man will oder sogar unbedingt benötigt.
So ist uns zum Beispiel aufgefallen, dass unser Eingang ins Innere des Bootes -der sich seitlich befand- für uns zwar gut war, für Menschen, die nicht gut zu Fuss sind, jedoch zum Problem werden könnte.
(Auf diesen Gedanken kamen wir, als wir am Hafen gesehen haben wie ein benachbartes Boot einen Rollstuhl ausgeladen hat und die alte Dame dazu problemlos hinten aussteigen konnte).

Auch Boote, die man lediglich von Innen Steuern konnte, kamen uns entgegen.
Bei unseren traumhaft sonnigen Tagen, genoss ich die Zeit, die ich unter freiem Himmel vor mich hinschipperte allerdings so sehr, dass ich unter keinen Umständen darauf hätte verzichten wollen.

Dass man darauf achtet, dass die Zimmeraufteilung für die persönlichen Bedürfnisse passen, ist hingegen wohl jedem klar.
Wir hatten für 3 Erwachsene und 4 Kinder im Alter zwischen 3 und 6 die Pénichette 1180 Flying Bridge mit drei Kabinen, eine mit großen Doppelbett und 2 mit Einzelbetten, die wir aber zusammen schieben konnten.
Ein schmales Einzelbett hätte man noch zusätzlich einhängen können.
Jedes Zimmer hatte ein eigenes Bad.
Küche, sowie Essbereich waren ausreichend groß.
Natürlich sollte man hier keine 30 qm Suiten erwarten, sondern sich auf typisch gemütliches Campingfeeling einstellen.

Für uns also optimale Bedingungen für eine entspannte Woche.

unser Boot – die Castanet – eine Pénichette 1180 FB für bis zu 7 Personen

die Castanet von innen

wer möchte da schon Indoor steuern

Ankunft, Beladen, Einweisung

An dieser Stelle ein Tipp für Familien mit kleinen Kindern…
Im Nachhinein ist es eigentlich logisch, dass die Einweisung: wie was funktioniert, wo man was findet, welche Besonderheiten welche Gegend auf der Strecke hat und vor allem wie man das Boot steuert, mehr Zeit in Anspruch nimmt, als sein Gepäck in ein Hotelzimmer zu bringen und einzuchecken.
Zwar war das alles auch mit wuselnden und aufgeregten Kindern kein Problem, entspannter wäre es aber mit Sicherheit gewesen, wenn wir einen Erwachsenen mit ihnen zur Hafenerkundung losgeschickt hätten.
Sind die Kids beschäftigt, kann man sich auf eine Sache konzentrieren und ist dann mit den Vorbereitungen, bis die Fahrt losgehen kann auch schneller fertig.

Zum Beladen stehen übrigens kleine Handwagen zur Verfügung mit denen man das Gepäck ohne große Schlepperei vom Auto zum Boot bringen kann.

Um sich keine Sorgen, um das abgestellte Auto machen zu müssen, kann man einen eingezäunten Parkplatz buchen  (35 Euro die Woche). Direkt daneben kann man aber auch kostenfrei parken.

Auch den Anreisetag im Heimathafen zu verbringen, möchten wir als Tipp mitgeben.
So bleibt genügend Zeit alles ordentlich im Boot zu verstauen und sich mit dem Boot vertraut zu machen.
Entstehen hierbei noch Fragen, kann man diese direkt vor Ort klären.
Morgens holten wir uns dann nur noch frische Baguettes und fuhren in den Tag hinein.

erstmal die Formalitäten

beim Beladen

unser erster Abend auf dem Boot im Hafen von Lattes

die Abfahrt ist in Sicht

Routenplanung, Reisezeit

Bei der Routenplanung sollte man sich über die Gegebenheiten vor Ort erkundigen.
Unsere Route auf dem Canal du Rhône (Richtung Camargue) ist im Frühjahr oder Spätherbst zum Beispiel perfekt, für den Hochsommer allerdings nicht unbedingt zu empfehlen, da es einfach viel zu heiß ist und es kaum Streckenabschnitte im Schatten gibt.
Zwar haben wir ganz tolle Tipps vor Ort von einer sehr lieben Locaboat Mitarbeiterin bekommen und so einen meiner persönlichen Lieblingsanlegeplätze gefunden.
Aber es lohnt sich im Vorfeld etwas Recherchearbeit zu betreiben. 
Außerdem macht es unheimlich Spaß sich seine persönliche Route zusammenzustellen.
Wem das nicht ganz so gut gefällt wie uns, der kann auch einfach eine der fertig zusammengestellten Routenvorschläge abfahren. Hiervon gibt es genug.

Vor allem mit Kindern an Board sollte man sich außerdem Gedanken über die Dauer, die am Stück gefahren wird machen. Zwar sind sie erstmal begeistert, wollen selbst mal steuern, genießen die Fahrt und sind zufrieden…aber diese Phase hält bei so kleinen Kapitänen wie unseren nur ca 1- 1 1/2 Stunden an.
Danach haben sie sich meist nach unten verzogen, Spiele gespielt, Bücher gelesen oder gemalt.
Nach etwa 2 – 3 Stunden ist es spätestens aber soweit (vor allem bei dem fantastischen Wetter) dass sie radeln, rennen und toben wollen.
Ich bin mir sicher elektronische Helferlein würden die Fahrzeit um einiges verlängern, allerdings haben wir bewusst darauf verzichtet und unsere Fahrtdauer lieber so geplant, dass wir alle sowohl eine entspannte Zeit auf dem Boot, als auch wunderschöne Ausflüge an Land hatten.
Ich denke tatsächlich besser hätte es nicht laufen können!!!

La Porte De Maguelone

Lieblingsplatz der Kinder während der Fahrt

natürlich durfte jeder mal Kapitän sein

sundowner

Canal Du Rhône

zu entdecken gab es immer irgendwas

Wild Anlegen vs. im Hafen „parken“

Hier macht es die Mischung aus.
Mit 7 Personen an Board, halten die Wasserreserven nicht ewig und gedankenlose Duschmarathons sollten vermieden werden.
Wo die Anlaufstellen zum Auffüllen der Wassertanks (ca. 5 Euro pro Tankfüllung) vorhanden sind, findet man im praktischen Handbuch, in dem eigentlich sowieso alles Wissenswerte eingezeichnet und vermerkt ist.
Wir fuhren in unseren 7 Tagen 2 Häfen an, an dem wir den Tank auffüllten und kamen nie in eine Situation, in der wir „kurz vor knapp“ standen.
Zwar achteten wir darauf kein Wasser zu verschwenden, aber wir mussten uns dabei nicht einschränken oder auf irgendetwas verzichten.

Mit wild anlegen, meine ich „halbwild“.
Das heißt auf der Karte eingezeichnete Anlegestellen, die aber in der Pampa liegen.
Pflöcke zum echten wild Anlegen waren zwar an Board, uns wurde aber gesagt, dass wir diese nur im Notfall benutzen sollten.
Für einen Laien ist es doch schwer einzuschätzen ob die Wassertiefe am Ufer ausreicht oder ob die Stelle breit genug ist, damit große Frachtschiffe noch vorbei kommen.
Außerdem findet man an den eingezeichneten Plätzen so optimale Verhältnisse, dass es schöner eh kaum geht.
Ich weiß nicht ob es an unserer Reisezeit lag (Mitte April), aber wir waren an diesen „wilden“ Anlegestellen grundsätzlich alleine (mal abgesehen von den Besuchen der Camarguepferde) und genossen hier traumhafte Sonnenuntergänge, idyllische Grillsessions und Sternklare Nachthimmel.

mein Lieblingsanlegeplatz in der Pampa

gern gesehener Besuch, die Camarguepferde

vor allem unsere Pferdenärrin Elina schwebte im siebten Himmel

geht´s noch idyllischer?

Sonnenuntergang vom Lieblingsanlegeplatz aus

Mittagessen auf dem Boot

aber auch im Hafen ist es schön … la Porte De Aigues- Mortes

in jedem Hafen gibt es eine Pizzeria… was gibt’s besseres als Pizza am Strand!?

Was unbedingt mit ins Gepäck sollte

Hier kann ich zwar nur Für unsere Reisezeit und -Route sprechen, aber ich denke, dass die wenigsten den Winter auf dem Hausboot verbringen und somit ähnliches nicht vergessen sollten…

Sonnencreme: Man sollte sich darüber bewusst sein, dass man viel Zeit auf dem Wasser verbringt und der Fahrtwind zusätzlich schnell vergessen lässt, wie sehr man der Sonne auf Deck ausgesetzt ist.

Windjacke: Den Fahrtwind habe ich ja gerade schon angesprochen, auch wenn an Land Bikiniwetter herrscht, kann eine Windjacke während der Fahrt nicht unbedingt die schlechteste Idee sein.

Mückenschutz: Von diesen Biestern sind uns in der Dämmerung einige begegnet. Zwar immer nur innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne und wir haben auch keine Stiche abbekommen, obwohl wir immer draußen saßen, aber ich denke das lag daran, dass wir unser Mückenspray dabei hatten und uns frühzeitig damit einnebelten!?

Kopfbedeckung: Hier kommt wieder die Sonne und der Fahrtwind ins Spiel. Wenn man sich wie wir fast den ganzen Tag in der Sonne Aufhält, ist eine Kopfbedeckung ein muss. Der überdimensionale locker sitzende Sonnenhut ist hier vielleicht nicht immer die beste Wahl, eine gut sitzende Cap übersteht da eher den ein oder anderen Windstoß.

Fahrräder: unbedingt empfehlenswert, entweder die eigenen mitbringen oder bei Locaboat mieten (40 Euro pro Erwachsenenrad die Woche). Nicht immer befindet sich ein günstiger Supermarkt direkt am Anlegeplatz. Mit dem Fahrrad erreicht man aber eigentlich immer einen in wenigen Minuten.
Auch Ausflugsziele sind oft gut mit dem Rad erreichbar und man ist nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Und eine kleine Radtour ist ansich natürlich auch immer eine schöne Beschäftigung an Land.

Mit dem Rad zum Strand

und ab ins kühle Nass

Action

ein Cubanisto am Strand ist immer eine gute Idee 😉

auch beim Radeln begegneten wir zu Elinas Freude den Pferden

Steuern, Anlegen…Panik

Wenn man da keinen Führerschein braucht, dann kann das ja bestimmt auch jeder…war unser anfänglicher Gedanke.
Auf dem Boot hatten wir dann aber ganz zu Beginn unserer Reise doch ein etwas mulmiges Gefühl.
Vor allem als Katrin und Sonja nach gerademal 15 Minuten Fahrt spontan riefen „halt aaaaaan, da ist ein Supermarkt“ …. ähhh was? Supermarkt? Wie? Wir sind auf einem Boot!
Außerdem haben wir doch Proviant für die ersten beiden Tage dabei….
Aller Protest meinerseits half nichts und ich wurde direkt dazu genötigt rückwärts zu fahren, anzulegen, umzudrehen … Hilfffeeee!!!

Zu meiner Genugtuung kam auch Katrin in eine ähnliche Situation, als uns ein großes Frachtschiff und ein einziger weeeit in den Kanal ragender Baum gleichzeitig entgegen kamen und direkt auf Augenhöhe aufeinander trafen…

Ein klein wenig „gepanikt“ haben wir alle mal…man muss jedoch für alle, die uns nicht persönlich kennen, dazu sagen, dass Panik bei den „Weisnerfrauen“ grundsätzlich so aussieht: Zwei rufen etwas komplett gegensätzliches was der eine tun soll … der eine „panikt“ und währenddessen erleben alle Beteiligten einen fürs Leben unvergesslichen Lachkrampf.

haaaalt, da kann man am Supermarkt anlegen…Ähhh…ja

Boot/Baum…Baum/Boot…

So sieht Panik bei uns aus!!!

Also ganz ehrlich und Objektiv… es ist wirklich kein Hexenwerk ein solches Boot zu steuern!
Man sollte Lust darauf haben, gut zu Fuss sein (bzw. es sollten 2 agile Personen an Board sein) und bei der Einweisung zuhören…dann erwarten einen lediglich unendlich lustige Situationen, aber echte Panik oder Angst ist davor, ist völlig fehl am Platz!!!

Auch das Schleusen ist wirklich kein Problem

„Parkplatz“ im Visier

Wie ich zu Beginn schon sagte, wir sind absolut begeistert und haben diese Woche mehr als genossen.
Vielen herzlichen Dank an Locaboat holidays das ihr uns das Boot zur Verfügung gestellt habt und an Global Communication Experts für die Organisation!!!

Sonder- und Lastminute Angebote findet ihr hier: Hausbootschnäppchen schon ab ca. 700,-€ die Woche …
Unser Boot für eine Woche in der Vorsaison hätte ca. 2300,-€ gekostet, dazu kommen dann noch Diesel, Endreinigung, Hafengebühren, …
Eine aktuelle Preisliste findet ihr hier auf der Locaboat Seite

Nicht ganz billig aber ein wirklich einmaliges Erlebnis das sich lohnt!!!
Schön ist ein Hausbooturlaub bestimmt auch mit einer befreundeten Familie, dann kann man sich die Kosten teilen.

 

Jo Igele Reiseblog/ Travelblog, Reiseberichte

Über den Author

Antje Weisner Antje Weisner - Reisebloggerin

Nicht nur die Reiselust, sondern auch das Schreiben begleiten mich nun schon einige Jahre. Das Studium habe ich mir unter anderem als freie Journalistin bei einer lokalen Tageszeitung finanziert und meine Semesterferien dazu genutzt in die Ferne zu schweifen. Mittlerweile bin ich Lehrerin und Mutter eines bezaubernden 3 Jahre alten Sohnes. Meinen Ausgleich finde im Sport. SUP (Stand Up Paddeling), Wakeboarden, Kitesurfen, Snowboarden und Snowkiten haben es mir dabei ganz besonders angetan. Zwar habe ich keine Semesterferien mehr, aber hat einen das Reisefieber einmal gepackt, lässt es einen nicht mehr los...und so tingel ich nun nicht mehr als Studentin, sondern als Reisebloggerin um die Welt.

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Ein Kommentar auf "Tipps für den perfekten Hausboottrip!!!…Alles unter einem Dach – mein Haus, mein Auto, mein Boot"

  1. Christa Knöpfler sagt:

    Super Bericht!!! Die Tipps sind prima und die Bilder einfach spitze!!!!

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