Was haben „Hat Bang“ und „Turtles“ mit Six Senses Con Dao VIETNAM zu tun?

26. November 2015 | Von | Kategorie: Allgemein, Asien, Neu, Strandurlaub, Vietnam, Weltweit

Keine Angst, hier auf Con Dao und im Six Senses werden keine Haare wild geschüttelt!!!!!!!!

Im Gegenteil – auf dieser beschaulichen Insel geht es sehr ruhig zu!
Hier kann man das ursprüngliche VIETNAM fernab von hektischen, großen und berühmten Städten erleben.
Die Menschen hier sind sehr freundlich, aufgeschlossen und lachen gerne mit… vielleicht auch über uns Touristen, die noch nicht so häufig hier anzutreffen sind.

Und das, obwohl die Geschichte dieser Insel sehr dunkel und schrecklich ist!
Con Son war Jahrzehnte  als „Insel des Teufels“ bekannt und 113 Jahre lang ein Synonym für die Hölle auf Erden.

Alles begann 1862, als die französische Kolonialmacht die Insel in ein riesiges Gefängnis verwandelte und nur noch Inhaftierte, ihre Wächter, Soldaten und ein paar Verwaltungsbeamte lebten.
Die deportierten vietnamesischen Widerstandskämpfer wurden hier mit Schlägen, Folter, Eisenketten und Sklavenarbeiten gequält.
Am meisten gefürchtet waren die „Tiger Cages“ – Käfige, in denen die Häftlinge eingepfercht ausharrten und oft verhungerten.
Bis 1954 waren nacheinander 30 französische Gouverneure für die Torturen verantwortlich.
Danach gingen die Grausamkeiten nahtlos unter südvietnamesischen Diktatoren und amerikanischen Invasoren weiter, bis zur Befreiung 1975.

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Alte Gefängnissmauer!

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Vielleicht oder gerade wegen ihrer düsteren Geschichte und dem abgeschirmten Dasein der Insel, findet man auf Con Dao eine unglaubliche unberührte Natur.
Sowohl auf Land, als auch im Wasser.
In diesem Archipel, das aus 16 Inseln besteht und im südchinesischen Meer liegt, sind 80 Prozent und 140 Quadratkilometer Meeresfläche Nationalpark.
Hier leben noch nicht dokumentierte Tierarten, vielleicht sogar einige noch unentdeckte?!
Der Dschungel steckt voller interessanter Lebewesen, wie zum Beispiel dem endemischen schwarzen Eichhörnchen oder Makaken. 

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Die Unterwasserwelt soll hier mit großen intakten Riffen auftrumpfen und den seltenen Dugong (Seekuh) beheimaten.
Ich selbst bin hier nicht getaucht oder geschnorchelt, doch Patrick Hoffman, Director of Food & Beverage bei Six Senses erzählte mir, dass hier ein wahres Taucherparadies anzutreffen sei.
Er berichtete von Gästen, die 14 Tage lang zum Tauchen gingen und jeden Tag noch begeisterter aus dem Wasser kamen.
Die Unterwasserwelt hier soll an ein Wunderland erinnern und Korallen beheimaten, die sich wie riesige Pilze auftürmen.
Die Sichtweite im Wasser soll bis zu dreißig Meter betragen. 

Im Six Senses Resort ansässigen Aktivitätenzentrum LIVE bekommt man alle Infos, sowie die gesamte Ausrüstung, um die Unterwasserwelt zu erkunden oder eine Schnorcheltour zu unternehmen.
Hier kann man auch organisierte Ausflüge buchen, um Menschen, Kultur und Geschichte der Insel zu erleben und zu erfahren. Egal für welche Aktivitäten man sich entscheidet, die wertvollen Tipps, die man im LIVE erhält, garantieren, dass der Aufenthalt auf dieser Insel zu einem unvergesslichen Erlebnis wird!

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Mein persönliches Highlight bei meinem Aufenthalt hier im Six Senses war ein nächtlicher Ausflug zu der Turtle- Insel Hon Bay Canh.
Unser Programm sah vor Wasserschildkröten beim Ableichen zu beobachten, die Eier in ein Gehegen verlegen, sowie kleinen Wasserschildkröten beim Schlüpfen zuzuschauen und als großes Finale die Wasserschildkrötenbabys ins Wasser zu begleiten…so war der Plan!!!!!!!

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Strand vom Six Senses Con Dao mit Blick auf die Insel Hon Bay Canh

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Die Insel Hon Bay Canh!

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Beachbar vom Six Senses Con Dao mit Blick auf Hon Bay Canh

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Mit dem Fahrrad kommst du nicht auf die Insel Hon Bay Canh, doch den Blick auf die Insel hast du oft.

Bei einem Aperitif an der Elephanten Bar lernten wir unseren Guide Ngoc (22) kennen.
Sie erläuterte uns die nächtliche Tour und stelle sich den vielen und teilweise auch ängstlichen Fragen unserer Gruppe.
Alle waren aufgeregt und auch etwas skeptisch. Schließlich fährt man nicht jeden Tag in einem Speedboot mitten in der Nacht auf eine Insel, läuft dort durch den Dschungel und wartet mit spärlicher Beleuchtung in einer kleinen Station auf ableichende Schildröten.

Auch Ängste wie: „wenn ich müde bin, muss ich mich irgendwo in die Wildnis legen und zwischen wilden Tieren schlafen“ oder „werde ich von Moskitos aufgefressen!?“ Beschäftigte einige. Ngoc klärte uns lächelnd auf, so dass wir uns ausnahmslos auf den nächtlichen Trip freuten!

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Ngoc eine tolle Frau und super Guide

Am späten Abend trafen wir uns im Aktivitätenzentrum LIFE, wo unsere Tourguides Ngoc und Tri schon auf uns warteten.
Mr. John Land, unser Experience Manager, stimmte uns auf die abenteuerliche Tour ein!
Ausgestattet mit Rucksack, Stirnlampen, wasserdichten Taschen und der Hoffnung auf viel Glück, dass wir recht viel Turtles sehen werden, machten wir uns auf den Weg – juhu!                                               
Abenteuerlich – im wahrsten Sinne des Wortes – ging es direkt von unserem Hotelstrand los!
Kein Steg um trockenes Fußes ins Boot zu kommen. Nein, wir stürzten uns in die Brandung, um an unser Speedboot zu gelangen.
Nun war mir auch gleich klar, warum wasserdichte Taschen!
Rasant fuhren wir mit dem Speedboot in die Dunkelheit und durften etwa 15 Minuten Fahrt genießen.
Überall waren Lichter zu sehen, so dass wir schon an eine Stadt dachten, doch Ngoc klärte uns auf, dass es sich hierbei um Fischerboote handelte.
Die Atmosphäre war umwerfend! Sterne am Himmel und –mit etwas Fantasie – Sterne auf dem Wasser.


Gerüstet für das Abenteuer!

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An der Insel angekommen, ging es durch flaches ruhiges Wasser an Land. Unsere Stirnlampen leuchten nicht sehr hell und wir gehen konzentriert ca. 15 Minuten zur Station.
Unterwegs begegnen wir Riesenkrabben.

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Kurz vor der Station, in der ungefähr 10 Ranger dauerhaft leben, müssen wir die Stirnlampen ausschalten um die Schildkröten nicht zu stören. Tri machte sich sogleich auf den Weg an den Strand, um sich zu informieren ob schon Schildkröten dort sind.
Ngoc informierte uns über die Aufgabe der Station, das Leben der Schildkröten, ihr Legeverhalten und nannte uns einige biologische Daten.

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Ich bewache den Rucksack solang, vielleicht gibt es eine Belohnung.

400 Muttertiere kommen pro Jahr hauptsächlich zwischen Mai und September auf diese Insel, manchmal  3- 10 Schildkröten pro Nacht.
Etwa 80 bis 150 Eier legt eine Schildkröte ins Gelege.
Bis die Babys schlüpfen dauert es 45- 60 Tage! Besonders überrascht war ich über die Tatsache, dass das Geschlecht von der Temperatur des Gelege abhängt.
Bei 35- 40 Grad schlüpfen Männchen und die weiblichen Tiere brauchen es kühler.
Nachdem wir nun um einiges schlauer waren, durften wir zu einem eingezäunten Gelände, in dem sich die Inkubatoren befanden.
Hierher werden die Eier nach dem Ablegen verlegt, um die Schildkrötenbabys kontrolliert schlüpfen zu lassen.

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Wir hatten Glück und aus zwei Nestern kämpften sich gerade winzige Schildkröten in die Welt – und wir waren live dabei!!!!!!

Die Bilder sind leider nicht so toll, da eine entsprechende Ausrüstung mit Blitz und Stativ bei einem solchen Ereignis einfach fehl am Platz gewesen wäre, trotzdem möchte ich dieses beeindruckende Erlebnis mit euch teilen.

Wir haben die zuckersüßen Schildkröten eingesammelt und zum Strand gebracht, um sie hier in ihr großes Abenteuer Leben frei zu lassen!
Recht bald  wurden wir auch schon von Tri geholt, um eine Eiablage live mit zu erleben.
Wir beobachteten eine mindestens 30 Jahre alte „green Turtle“, die an diesem Strand geboren wurde, bei ihrem großen Ereignis.

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Nur mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet durfte Fotografiert werden. Links unten liegen die Eier bereit fürs verlegen.

An diesem Abend rechneten die Mitarbeiter mit 6-8 Tiere, die an diesen Strand kommen, doch wir mussten unsere Rückfahrt antreten, denn die Stunden während unseres „Turtleabenteuers“ verflogen wie im Flug!                                                       
Diese Tour ist wirklich uneingeschränkt zu empfehlen.

Doch auch unabhängig von unserem nächtlichen Abenteuer, hat diese Insel einiges zu bieten!
Egal ob ich mir ein Fahrrad schnappe oder einen Roller miete, die wenig befahrene Straßen lassen jeden Ausflug zum Genuss werden.

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Egal ob Rollerfahrer…

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…oder Hund auf der Strasse…

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…man hat trotzdem wenig Strassenverkehr!

Ein Muss ist auch ein Besuch auf dem Markt!
Hier lernte ich die Menschen und ihren Alltag kennen.
Haushaltswaren, Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch, sowie lebende Tiere wie z.B. Hühner werden hier angeboten.
Die Menschen waren freundlich und meines Empfindens nach, viel offener als auf dem Festland.
Sie freuten sich, wenn man Interesse an ihren Waren zeigte und begegneten mir mit einer liebevollen Herzlichkeit.

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Nun komme ich auch zu dem Thema „Hat Bang“.
Das sind Samen von Bäumen die man oft am Strassen Rand sieht, die kaufte ich hier auf dem Markt und habe damit -zugegebener Weise- unabsichtlich, mich und meine Liebsten Zuhause glücklich gemachte!
Eine meiner großen Leidenschaften ist es landestypische Spezialitäten bereister Länder mitzubringen, um diese auszuprobieren und ein Stück Urlaub mit nach Hause zu nehmen.
Hin und wieder bleibt es dann auch beim „Urlaubsfeeling“!
Nicht alles, was ich bisher so erworben habe, war auch tatsächlich für europäische Zungen genießbar!
Hat Bang kannte ich nicht, sie waren eingeschweißt und sahen wie Pinienkerne aus. Es gab sie gezuckert und in Natur.
Hätte ich vorher gewusst wie lecker sie sind und wie verrückt meine Töchter darauf waren, hätte ich definitiv mehr mitgenommen!

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Auf meiner „must seen Liste“ darf auch eine kulturelle Tempeltour nicht fehlen!
Zwei habe ich besucht.  Den 1785 erbauten  „Lady Phi Yen Tempel“, der auch  „ An Son Tempel“ genannt wird und den „Van Son Tu“ Tempel.

Der Lady Phi Yen Tempel ist besonders heilig für die Einheimischen.
Die tragische Geschichte der jungen patriotischen Frau, steht für die Liebe zum Frieden.
Die wunderschöne Lage lädt zu einer Wanderung vorbei an hübschen Lotusteichen bis zum nahe gelegenen Sandstrand ein.

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 Der „Van Son Tu“ Tempel liegt auf einem Hügel und man muss 200 Stufen überwinden, bevor man die fantastische Aussicht genießen kann.
Dieser Tempel wurde in den 60ern von Mönchen des Festlands beauftragt und mit Spenden- und Gemeindegeldern errichtet.
Ursprünglich wurde er für die auf der Insel stationierten Vollzugs- und Regierungsbeamten gebaut, gilt heute aber als Gedenkstätte für die Märtyrer, die während des Vietnam Unabhängigkeitskampfes gestorben sind.

Diese Insel hat noch unzähliges mehr zu bieten! Zwar gelang es mir in meiner kurzen Zeit hier nicht alle Highlights zu erleben, aber von dem was ich gesehen habe, war ich begeistert. Der Besuch wird unvergesslich bleiben.

 

Vielen Dank Six Senses Con Dao und Lueers & Partner für die wunderbare Zeit hier!!!!

 

Du willst noch mehr über die Wunderbaren Six Senses Resorts erfahren ?
Dann schau doch mal in meine anderen Six Senses Beiträge:

Evason Mandara – Nah Trang – Vietnam
Six Senses – Ninh Van Bay – Vietnam
Six Senses – Con Dao – Vietnam

 

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Jo Igele Reiseblog / Travelblog, Reiseberichte

Über den Author

Sonja Weisner Sonja Weisner - Reisebloggerin.  
 
Reisen ist meine Leidenschaft. Von individual bis pauschal und von Abenteur bis teuer bin ich weltweit unterwegs. Seit Udos Tod bereise ich die Welt als Witwe, Single, Oma, Mama, Schwester, Freundin, ... und entdecke meine Reiseleidenschaft neu. "Denn Wege entstehen dadurch, dass man sie geht" (Kafka)

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2 Kommentare auf "Was haben „Hat Bang“ und „Turtles“ mit Six Senses Con Dao VIETNAM zu tun?"

  1. Alexander sagt:

    „Der Dschungel steckt voller interessanter Lebewesen, wie zum Beispiel dem endemischen schwarzen Eichhörnchen oder Makaken.“

    Mich würde schon interessieren, ob die Tier so zutraulich waren, dass sie sich einfach so fotografieren ließen 🙂

    Eure Fotos sind auf jeden Fall sehr gelungen und machen Lust darauf, die Insel einmal selbst zu bereisen. Deshalb auch ein großes Kompliment: Ohne diesen Beitrag hätte ich diese Insel vermutlich nie wahrgenommen.

    • Hallo Alexander,

      Makaken sieht man tatsächlich häufiger aber für das Endemische schwarze Eichhörnchen braucht man schon Geduld und etwas Glück …
      Ich habe es zufällig bei einem Tempelausflug vor die Linse bekommen!

      Wer die stressfrei Land und Leute kennenlernen will ist hier genau richtig. ..Kontrastprogramm zu den Metropolen 😉

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