ZERO-G , oder wie ich in Sekunden 90kg an Gewicht verlor.

20. Dezember 2012 | Von | Kategorie: Abenteuer, USA

Nein, ich schreibe jetzt nicht von einer neuen sensationellen Diät, sondern von einem Experiment mit der Schwerelosigkeit. Genauer gesagt von meinem Parabelflug mit der G-FORCE-ONE, einer speziell modifizierten Boeing 727, in Las Vegas.

Mein „Zero Gravity“ Abenteuer begann mit einem ganz gewöhnlichen, ruhigen Flug von Frankfurt nach Las Vegas. Dort checkte ich im Planet Hollywood ein und bummelte am Abend noch ein wenig über den Strip. Am nächsten Morgen sollte dann das Abenteuer Schwerelosigkeit beginnen.

Zuvor hatte ich mich, wie vom Veranstalter der G-ZERO- EXPERIENCE empfohlen, bereits zuhause gründlich medizinisch durchchecken lassen.
Pünktlich werde ich morgens von einem Shuttle-Bus im Hotel abgeholt und zum G-Zero Trainings-Center gebracht. Dort findet zunächst eine Sicherheitskontrolle statt, bevor ich einchecken kann.
Nach einem leichten Frühstück mit den anderen Teilnehmern und einem ersten Kennenlernen, wird uns unser Teamcoach vorgestellt. Von ihm erhalten wir dann, nach einem Video über die Schwerelosigkeit, eine gründliche Einweisung über den Ablauf des Fluges. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich cool gewesen, no problem, eine meiner leichtesten Übungen. So langsam bekomme ich jedoch ein mulmiges Gefühl im Magen, werde deutlich nervöser.

Wie war das nochmal? War nicht der Spitzname der G-FORCE-ONE „Kotzbomber“? Sollte ich vielleicht doch die Scopolamin Tabletten schlucken, die mir mein Arzt gegen das Schwindelgefühl, das auftreten kann, wenn das Hirn scheinbar widersprüchliche Reize von Augen, Gleichgewichtsorgan und Gliedmaßen bekommt, empfohlen hat?
Doch zunächst geht es zur Einkleidung. Jeder Teilnehmer bekommt einen blauen „Flight-Overall“ und bunte Socken verpasst. Beides leistet mir heute gute Dienste bei Renovierungsarbeiten an unserem Häuschen.

ZERO-G

ZERO-G

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Ein Shuttlebus bringt uns zur G-FORCE-ONE. Die Nervosität und das mulmige Gefühl im Magen erreichen den Höhepunkt. Dass mein Namensschild auf dem Overall auf dem Kopf steht, ist jedoch nicht meiner Nervosität geschuldet, sondern ein Ritual unter den „Parabelfliegern“. Erst nach überstandener Schwerelosigkeit darf es umgedreht werden.
Der Innenraum der modifizierten Boeing 727 ist, bis auf ein paar Sitzreihen im hinteren Teil, leergeräumt und gepolstert. Kein Fenster ermöglicht eine Orientierung im Raum, nichts für Klaustrophobiker.
Ich setze mich in die erste Reihe. Neben mir nimmt Shmuel „Mooly“ Eden, Vize bei Intel, Platz.
Nochmals eine kurze Einweisung, dann rollt die G-FORCE-ONE zum Start.

Über 30 Minuten fliegen wir, bevor wir den Luftraum erreichen in dem die Parabelflüge stattfinden.
Wir verlassen unsere Sitze und begeben uns in den gepolsterten Bereich der Boeing. Ganz sanft startet das Abenteuer.
Erste Parabel „Lunar gravity“ (1/6 des Körpergewichts) für etwa 20 Sekunden.
Zweite Parabel „ Martian gravity“. Und dann geht es los. Mit doppelter Schwerkraft werden wir beim Steigflug auf den Boden gedrückt. Der Scheitelpunkt wird erreicht…..
…… und dann hebt er ab, und völlig losgelöst von der Erde, schwebt der Udo, völlig schwerelos.
Zunächst vorsichtig, dann immer mutiger, beginne ich die Schwerelosigkeit auszukosten. Bei jeder Parabel für etwa 20 Sekunden, dann ertönt wieder der Ruf unseres Coaches „Feet down“ und schlagartig setzt die Schwerkraft wieder ein. Pech, wenn man dann gerade unter der Decke hängt.
Bei jeder Parabel lässt sich unser Coach etwas Neues einfallen, lässt Smarties durch die Luft fliegen oder Wassertropfen schweben. Mir geht es erstaunlich gut. Erst bei der 11. Parabel meldet sich so langsam mein Magen. Ein leichter Schwindel kommt auf. Jedoch überstehe ich auch die restlichen 3 Parabeln ohne große Probleme und erhole mich beim Rückflug recht zügig.

Nach der Landung wird noch etwas gefeiert (Regravitation Celebration), es gibt Snacks und die ZERO Gravity Certification.
Für mich bleibt noch ein Tag in Las Vegas und dann geht es auch schon wieder zurück in die Heimat.

Etwa 5000,00 US Dollar kostet so ein außergewöhnliches, unvergessliches Erlebnis. Dazu kommen der Flug nach Las Vegas, Hotel und Verpflegung.

ZERO-G

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Jo Igele Reiseblog – Reiseberichte und Reisetipps

Über den Author

Udo Udo Weisner (†19.02.2015) - Reiseblogger / Travelblogger
Zusammen mit meiner Frau Sonja bereise ich die Welt. Wir kennen und lieben die ganze Palette des Reisens von Pauschal bis individual und von Abenteuer bis teuer. Auf unserem Reiseblog / Travel Blog (http://www.jo-igele.de) veröffentlichen wir unser persönliches Reisetagebuch und lassen unsere Leser an unseren Reisen teilhaben.

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4 Kommentare auf "ZERO-G , oder wie ich in Sekunden 90kg an Gewicht verlor."

  1. Jörg sagt:

    Sehr geil Udo 🙂

    Sieht super spannend aus und ist sicher auch ein tolles Gefühl.

    LG, Jörg

  2. Vanessa sagt:

    Sehr schöner und interessanter Bericht, wusste gar nicht, dass du auch so „verrückte“ Dinge machst… hatte aber bisher immer den gleichen Gedanken – „Was passiert mit dem Frühstück“… steigert zumindest meine Überlegung es – IRGENDWANN – auch noch einmal zu überdenken. Die Bilder machen richtig Lust darauf. Grüße aus dem verschneiten München…

    • Udo sagt:

      Hallo Vanessa,
      wenn du die Möglichkeit dazu bekommst, mach es! Ist auch nicht schlimmer als Windstärke 8 auf einem Kreuzfahrtschiff aber ein einmaliges Erlebnis. Es gibt sogar Tabletten um einer evt. aufkommenden Übelkeit vorzubeugen.
      Grüße vom Bodensee
      Udo

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