Zur Weihnachtszeit träumt man in Madrid von dem Dicken!

23. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Madrid, Spanien, Städtereisen

Weihnachtlicher Citytrip nach Madrid (Spanien).

Ein Citytrip nach Madrid lohnt sich immer, besonders jedoch zur Weihnachtszeit. Das gesamte Stadtzentrum erstrahlt dann im Glanz der Weihnachtsbeleuchtung (29.11.2013 bis 06.01.2014).
Spaniens bekannteste Grafiker, Architekten und Modeschöpfer haben die Beleuchtung entworfen und ihre Ideen eingebracht, Sponsoren haben dafür gesorgt, dass die Kosten für die Stadt nicht explodieren.
Es ist ein Erlebnis durch die hell beleuchteten Strassen zu schlendern, die Madrilenos (so nennen sich die Einwohner Madrids) bei ihrem geschäftigen Treiben zu beobachten und in der einen oder anderen Taverna ein paar Tapas oder einen Drink zu genießen. Früher oder später landet man dann auf dem Weihnachtsmarkt auf der Plaza Mayor. Wer hier jedoch Bratwurst, Glühwein und gebrannte Mandeln erwartet, wird enttäuscht. Hauptsächlich Krippenfiguren, Scherzartikel und Lose für die Weihnachtslotterie werden hier angeboten, Gauckler und Strassenkünstler versuchen ein paar Euros vom Weihnachtsgeschäft ab zu bekommen.
Auch den Nikolaus oder den Weihnachtsmann sucht man in Madrid vergeblich. Der Nikolaus ist der Schutzpatron der Seefahrer und zu dieser Zeit auf dem Atlantik unterwegs und die Geschenke für die Kinder werden in Madrid nicht vom Weihnachtsmann sondern von den heiligen drei Königen gebracht.

Weihnachtsbeleuchtung Madrid
Die zur Weihnachtszeit hell beleuchtete Einkaufsstrasse Calle Preciados verbindet den Plaza Callao mit der Puerta del Sol.

El Corte Ingles
Spaniens größtes Kaufhaus El Corte Ingles im Weihnachts-Outfit.

Calle Mayor
Weihnachtsbeleuchtung der Calle Mayor.

Grand Via
Die Grand Via in Madrid zur Weihnachtszeit.

Madrid
Abends wird es zur Weihnachtszeit im Zentrum von Madrid voll.

Plaza Mayor
Irgendwann landet man beim weihnachtlichen Stadtbummel auf dem Weihnachtsmarkt auf der Plaza Mayor.

Die spanische Weihnachtslotterie und der Dicke.
Die vor über 200 Jahren geschaffene Weihnachtslotterie (Lotería de Navidad) ist die größte und älteste Lotterie der Welt und gehört in ganz Spanien zu Weihnachten wie in Deutschland der Christbaum. Der Hauptgewinn beträgt vier Millionen Euro, wird „El Gordo“ (der Dicke) genannt und mehrfach ausgeschüttet. Kaum ein Spanier, der nicht an dieser Weihnachtslotterie teilnimmt und so sind am 22. Dezember wenn die Ziehung stattfindet auch in Madrid die Strassen wie leergefegt.

Puerta del Sol, Madrid
Der imposante, 35 Meter hohe Weihnachtsbaum an der Puerta del Sol wurde von der Lotería de Navidad gesponsored.

Madrid
Der Weihnachtsbaum an der Plaza Callao. Einer der wenigen Nadelbäume in Madrid, aber auch seine Nadeln sind aus Kunststoff.

Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit in der bei den meisten spanischen Familien die Krippen aufgebaut werden. Jedes Jahr werden auf einem Weihnachtsmarkt neue Figuren dazu gekauft und jedes Jahr werden die Krippen größer und prachtvoller. Aber auch in vielen Kirchen werden Krippen aufgebaut, die sehenswert sind.
Eine ganz andere Weihnachtskrippe findet man an der Rückwand des riesigen Kaufhauses El Corte Ingles, das sogenannte “Cortylandia”. Eine Landschaft mit , sprechenden Stofftieren. Mittags findet alle 15 Minuten eine Vorstellung statt. Die Tiere erzählen von ihrem Leben in Cortylandia und wünschen am Ende ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

Weihnachtskrippe
Kaum eine Familie in Madrid die nicht den Brauch pflegt in der Vorweihnachtszeit eine Krippe aufzubauen.

Krippenfiguren
Jedes Jahr wird die Krippe erweitert und auf dem Weihnachtsmarkt neue Figuren dazu gekauft.

Weihnachtskrippe
Auch in den meisten Kirchen werden Krippen aufgebaut.

Madrid
Cortylandia an der Rückwand des Kaufhauses El Corte Ingles.

Der 24. Dezember ist in Madrid ein Familienfest, das mit einem Festmal gefeiert wird. Traditionell beginnt es mit Appetithäppchen von Spaniens berühmtem luftgetrocknetem Hinterschinken, dem Jamon Serrano. Als Hauptgericht gibt es in den meisten Familien einen mit Kastanien, Äpfeln oder Pflaumen gefüllten knusprigen Truthahn oder eine Lammkeule. Hinterher dürfen Nougat-Mandel-Honig-Gebäck (Turron), der champagnerähnliche spanische Schaumwein (Cava), ein Brandy de Jerez und ein Cafe Corto nicht fehlen.
Wer das typische Weihnachtsgebäck versuchen möchte, tut dies am besten in der Rioja, Calle Mayor10 oder in der Konditorei del Pozo, Calle Pozo 8.

Die Geschenke bringt in Spanien nicht der Weihnachtsmann, sondern am 6. Januar die heiligen drei Könige. Am 6. Januar kommt der Roscon de Reyes, ein kranzförmiger Hefezopf, in den ein Porzellanfigürchen eingebacken ist auf den Festtagstisch. Wer das Porzellanfigürchen findet wird Glück haben, sagt man, zunächst darf er dann aber erst mal den Kuchen bezahlen.

Turron
Turron wird aus Mandeln, Honig, Zucker und Eiklar hergestellt.

Turron
Turron

Königskuchen
Roscon de Reyes, der Königskuchen.

Sonja und ich wünschen euch allen entspannte, besinnliche und erholsame Weihnachtsfeiertage.
Mehr informative und spannende Infos von meinem Citytrip nach Madrid gibt es im Januar.

Ich wurde zu diesem Madrid-Wochenende vom spanischen Fremdenverkehrsamt in München (http://www.spain.info) eingeladen. Vielen Dank

 
 

Jo Igele Reiseblog / Travelblog, Reiseberichte

 

Über den Author

Udo Udo Weisner (†19.02.2015) - Reiseblogger / Travelblogger
Zusammen mit meiner Frau Sonja bereise ich die Welt. Wir kennen und lieben die ganze Palette des Reisens von Pauschal bis individual und von Abenteuer bis teuer. Auf unserem Reiseblog / Travel Blog (http://www.jo-igele.de) veröffentlichen wir unser persönliches Reisetagebuch und lassen unsere Leser an unseren Reisen teilhaben.

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2 Kommentare auf "Zur Weihnachtszeit träumt man in Madrid von dem Dicken!"

  1. Helga. sagt:

    ich habe mich über diesen Reiseblog sehr gefreut, da ich ein leidenschaftlicher Madrid Fan bin. Ich reise ca 2 x im Jahr nach Madrid und das immer auch mit Freunden, die dann auch immer meine Freude und begeisterung über diese Stadt sofot verstehen. Ich werde nicht müde immer wieder neues zu endecken.
    Leider habe ich es noch nicht geschafft, den Weihnachtsmarkt bzw. das Weihnachtliche Madrid zu sehen.
    Aber vieleicht klappt es ja noch.

  2. Susan sagt:

    Die Vorweihnachtszeit in einer spanischen Stadt zu verbringen ist in der Tat ein kultureller Ausflug der besonderen Art. Die beste Zeit, um heimische Bräuche kennen zu lernen , die sich in der Tat von den unserigen stark unterscheiden – obgleich es doch um denselben Kern geht. Wenige Urlauber kommen auf die Idee, in der Balearenmetropole Mallorca im Winter Urlaub zu machen. Schade, da gerade die Wintermonate (auch nach Weihnachten) interessante Festivitäten bieten. Man denke nur z.B. an St. Antoni im Januar, welches in Palma und den Inseldörfern ausschweifend gefeiert wird.

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